"BABE+" - Der Kindergarten wird akademisch

Kinder in Wien und die Hochschule Koblenz starten den ersten akademischen Studiengang für Elementarpädagogik in Österreich

Wien (OTS) - Kinder in Wien präsentierte heute "BABE+", den ersten akademischen Studiengang für Elementarpädagogik in Österreich. "BABE" steht dabei für Bachelor of Arts: Bildung & Erziehung. Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Studiengangs schließen diesen mit dem Titel Bachelor ab. Der Abschluss befähigt zur pädagogischen Arbeit mit Kindern im Elementarbereich und im Hort, im Alter zwischen 0 und 12 Jahren in Krippen, Kindergärten und Horten.

Pionierarbeit in der Elementarpädagogik

Die Vorsitzende von Kinder in Wien, Christine Marek, bezeichnete die Einrichtung dieses neuen Ausbildungszweigs als Meilenstein für Österreichs Bildungswesen. "Wir bieten nun auch endlich in Österreich eine akademische Ausbildung für Elementarpädagogik an. Wir leisten damit Pionierarbeit und tragen dem internationalen Trend Rechnung", freut sich und meint weiters, "Wenn wir für unsere Kinder das Beste wollen, dann müssen wir denen, von klein an mit ihnen arbeiten auch das beste Rüstzeug geben - das war und ist uns bei KIWI immer ein zentrales Anliegen

Dr. Markus Hengstschläger, Universitätsprofessor für Medizinische Genetik an der Medizinischen Universität Wien, begrüßt die Einrichtung dieses Studiengangs. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den elementarpädagogischen Einrichtungen müssen auf höchstem Niveau ausgebildet werden. Das ist die zentrale Voraussetzung, damit die Talente unserer Kinder frühzeitig erkannt und gefördert werden! Die private Initiative, die hier gesetzt wird, ist für Österreichs Zukunft von großer Wichtigkeit", so Hengstschläger dazu.

BABE+ - Mit Theorie und Praxis zum Bachelor

Der duale Studiengang wird ab Herbst 2014 in Wien von den Projektpartnern durchgeführt. Er geht über einen Zeitraum von sieben Semestern und umfasst insgesamt 210 ECTS-Punkte. Ein wesentliches Merkmal ist die Kombination aus praktischer Arbeit in elementarpädagogischen Einrichtungen bei KIWI und einer theoretischen Ausbildung auf Hochschulniveau. "Wir werten das Berufsbild der Elementarpädagogik auf. Der Studiengang beruht auf dem Bologna Prinzip, darauf aufbauend können weiterführende Master-Studiengänge absolviert werden. Das ist ein absolutes Novum in Österreich. Wir erfüllen damit eine langjährige Forderung", erklärt KIWI-Geschäftsführerin Monika Riha.

Hochschule Koblenz: Gute Erfahrungen mit Studiengang

Die Hochschule beschäftigt sich bereits seit zehn Jahren mit der Aufwertung und Akademisierung der elementarpädagogischen Ausbildung. Der duale Bachelor - Studiengang wurde 2011 gestartet, mittlerweile ist bereits die sechste Studiengruppe angelaufen, im November 2014 werden die ersten Absolventinnen und Absolventen ihr Studium abschließen. Die Erfahrungen sind positiv und die ersten Evaluationen zeigen, dass Institutionen, Einrichtungen, Fachkräfte und Studierende das duale Modell durchwegs als Bereicherung einschätzen. So kamen in den letzten Jahren auf einen Studienplatz im Schnitt drei Bewerberinnen und Bewerber. "Mit der Akademisierung ist eine Professionalisierung verbunden. Und davon profitieren die Kinder und jene, die den Beruf ausüben wollen. Durch Kooperation mit KIWI werden außerdem neue Erfahrungswerte gesammelt, die in unsere Arbeit einfließen", so Dekan Friesenhahn.

Kinder in Wien hat mit dem Fachbereich Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz (http://www.ots.at/redirect/hs-koblenz.de) einen Projektpartner gefunden, der über eine hervorragende fachliche Expertise im Bereich der Sozialwissenschaften und der Pädagogik verfügt und die hohen Ansprüche von KIWI an die Ausbildung von pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern teilt.

"Der Kindergarten muss heute mehr als Betreuung bieten", betont der Dekan des Fachbereichs Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz, Prof. Dr. Friesenhahn, und fährt fort:
"Bildung wird als Schlüssel zur Persönlichkeitsentwicklung und als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe thematisiert. Auf den Punkt gebracht:
Bildung ist ein Privileg für alle - von Anfang an.

Frühe Bildung legt den Grundstein für die persönliche Entwicklung und für spätere Karrieren. Was in der frühen Kindheit versäumt wird, kommt später oft als soziales Problem zurück. Insofern hat Kindheitspädagogik immer auch eine sozialpolitische Dimension und ist als Teil einer investiven Sozialpolitik zu verstehen. Dies muss in einem wissenschaftlichen Studiengang wie BABE+ aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden", unterstreicht der Erziehungswissenschaftler Prof. Friesenhahn.

Langjähriger Schwerpunkt bei der Personalentwicklung

Kinder in Wien setzt bereits seit vielen Jahren über die eigene "KIWI-Akademie" einen Schwerpunkt bei der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der akademische Studiengang ist der nächste, fast logische Entwicklungsschritt. "In der Hochschule Koblenz haben wir einen Projektpartner gefunden, der über eine hervorragende fachliche Expertise verfügt und unsere hohen Ansprüche an die Ausbildung von pädagogischem Personal teilt", erklärt Monika Riha.

"Gemeinsam schaffen wir ein in Österreich einzigartiges Angebot. Wir heben die Ausbildung der Elementarpädagogik auf die nächste wichtige Stufe," so Vorsitzende Marek weiters.

Start des Bachelor-Studiengangs für Bildung und Erziehung ist in Österreich im Herbst 2014. Informationen zum Lehrgang sind ab sofort auf www.babeplus.at abrufbar.

Über Kinder in Wien und die Hochschule Koblenz

Kinder in Wien "KIWI" ist ein gemeinnütziger Träger von elementarpädagogischen Einrichtungen in Wien und betreibt 65 Standorte. Aktuell werden über 5.500 Kinder von ca. 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf die weitere Bildungs- und Berufslaufbahn vorbereitet. Neben den Kernaufgaben der Elementarpädagogik hat sich KIWI in den letzten Jahren intensiv mit Fragen der kindgerechten Vermittlung von Werten beschäftigt. Ein weiterer Schwerpunkt ist der öffentlichkeitswirksame Einsatz für die gesellschaftliche und politische Aufwertung der Elementarpädagogik in Österreich.

Die Hochschule Koblenz ist eine dynamische Hochschule mit einem breiten Studienangebot und seit Jahren stetig wachsenden Studierendenzahlen. Sechs Fachbereiche - von Architektur, Ingenieur-und Bauwesen, Mathematik und Technik über Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Sozialwissenschaften - bieten an 3 Studienstandorten über 50 Bachelor und Master-Studiengänge an.

1700 der insgesamt 8000 Studierenden sind im Fachbereich Sozialwissenschaften eingeschrieben.

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