Biobauern wollen nicht Feigenblatt der Agrarpolitik sein

Wien (OTS) - Biobäuerinnen und -bauern fordern in einer Protestaktion vor dem Landwirtschaftsministerium die Rücknahme der geplanten massiven finanziellen Kürzungen im zukünftigen österreichischen Agrarumweltprogramm.

Sechs nur mit einem Feigenblatt bekleidete Biobauern flankiert von Biobäuerinnen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Bio darf kein Feigenblatt sein!", protestierten heute vor dem Landwirtschaftsministerium gegen geplante Kürzungen der Abgeltung von Leistungen der heimischen Biobäuerinnen und Biobauern. "Wenn es um das Image und die Nachhaltigkeit der österreichischen Landwirtschaft geht, werden wir gerne in die Auslage gestellt. Gleichzeitig ist eine Kürzung der Abgeltungen für die biologische Bewirtschaftung unserer Kulturlandschaft ab 2015 um bis zu 30 Prozent geplant", so Gerhard Zoubek vom Biohof Adamah über die Beweggründe für die Protestaktion. "Wir wollen nicht das Feigenblatt der österreichischen Agrarpolitik sein. Umweltleistungen wie Klima-, Wasser-, Boden- und Artenschutz sowie der Erhalt der Kulturlandschaft, die nicht am Markt abgegolten werden, müssen durch das Agrarumweltprogramm abgegolten werden. Im Namen der heimischen Biobäuerinnen und Biobauern setzten wir daher heute vor dem Lebensministerium ein sichtbares Zeichen und verleihen den Forderungen von BIO AUSTRIA nach einer Rücknahme der geplanten Kürzungen Nachdruck", bringt Bernhard Stiftinger, oberösterreichischer Ackerbauer, die Anliegen der Biobäuerinnen und Biobauern auf den Punkt.

Biobauer Georg Berger, Obmann der Bioniere in der steirischen Ramsau: "Bio ist vor allem auch aufgrund eines politischen Bekenntnisses und wegen des ökologischen Bewusstseins und der Wertschätzung der KonsumentInnen zur heutigen österreichischen Bio-Erfolgsgeschichte geworden. Um diesen Erfolg fortzuschreiben, braucht es die entsprechenden Voraussetzungen."
Hofnachfolger Stefan Taschl von BIO AUSTRIA Next Generation, dem Jugendnetzwerk von BIO, AUSTRIA ergänzt: "Mit den Agrar-Umweltmaßnahmen sollen Mehraufwände und Mindererträge abgegolten werden, die durch eine ökologisch nachhaltige Produktionsweise entstehen, um diese Produktionsweise wirtschaftlich erfolgreich umsetzen zu können. Wir jungen Biobäuerinnen und Biobauern brauchen diese Perspektive, wenn wir die Biohöfe unserer Eltern übernehmen."

Das von der EU kofinanzierte Österreichische Programm für Ländliche Entwicklung wird derzeit für die Periode 2015-2020 neu gestaltet. Es soll im April bei der EU-Kommission zur Genehmigung eingereicht werden. Herzstück des Programmes ist das Agrar-Umweltprogamm ÖPUL, dessen Speerspitze die Maßnahme Biologische Wirtschaftsweise ist. Obwohl das Gesamtbudget annähernd unverändert bleibt, soll das Budget für das Agrar-Umweltprogramm jährlich um über 100 Mio. Euro gekürzt werden. Vor einigen Wochen hat das Lebensministerium erstmals auch Bandbreiten für die zukünftigen Abgeltungen der Leistungen der Bio-Landwirtschaft veröffentlicht. Demnach sind massive Kürzungen bis zu 30 Prozent angedacht. Bundesminister Rupprechter hat mehrmals erklärt, dass er Bio in der nächsten Programmperiode stärken will und Klarstellungen angekündigt, bislang sind diese aber nicht erfolgt.

Rückfragen & Kontakt:

Eva Straka, Pressesprecherin BIO AUSTRIA
Tel.: +43/676/842 214 214, eva.straka@bio-austria.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BLB0001