WKÖ: Teilzeit nimmt zu, aber nicht auf Kosten von Vollzeit

Immer mehr Menschen dank Teilzeitangeboten in Beschäftigung - Wunschmodell, nicht Zwangsbeglückung

Wien (OTS/PWK) - Die Wirtschafts- und Arbeitswelt ist global Veränderungen unterworfen, immer mehr Menschen sind erwerbstätig -und zwar in unterschiedlichen Formen. "Flexible Beschäftigungsformen sind auf dem Vormarsch. Das passiert jedoch nicht auf Kosten von Vollzeit-Dienstverhältnissen, sondern ganz im Gegenteil: Dank flexibler Beschäftigungsformen werden viele Menschen erstmals in den Arbeitsmarkt integriert. Vollzeitstellen werden dadurch aber nicht zurückgedrängt", stellt Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), klar.

Die Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria zur Haupttätigkeit von Personen für die Periode 2004 bis 2012 zeigt: Der Anteil von Vollzeitdienstverhältnissen an der erwerbsfähigen Bevölkerung stieg -trotz der Wirtschaftskrise 2008/09 - von 40,3 auf 40,9% an. Auch alle anderen Segmente sind stabil - bis auf zwei: Der Anteil der Inaktiven, also jener Personen, die bis dahin nicht erwerbstätig waren, sinkt im selben Zeitraum von 28,7 auf 24,1%, der Teilzeitanteil steigt von 10,7 auf 14,3%. "Der oft beklagte Anstieg von Teilzeit auf Kosten von Vollzeit findet also nicht statt. Und im Übrigen ist die Nachfrage nach Teilzeitarbeitsplätzen höher als das Angebot", betont Gleitsmann.

Bei Frauen erhöhte sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen von 60,7 Prozent im Jahr 2004 auf 67,3 im Jahr 2012. Gleitsmann: "Das bedeutet, dass Frauen durch Teilzeitangebote vermehrt am Erwerbsleben teilnehmen können. Wie die AMS-Zahlen zeigen, ist die Nachfrage nach Teilzeitstellen weit höher als das Angebot.
Dass Teilzeitangebote stark nachgefragt werden, liegt unter anderem auch daran, dass diese vom Steuer- und Sozialsystem begünstigt sind:
Oft fällt für eine Teilzeittätigkeit keine Lohnsteuer und kein Arbeitslosenversicherungsbeitrag an, während aber volle Arbeitslosenversicherung besteht. Daher ist laut WIFO der Nettostundenlohn von Teilzeitbeschäftigten oft höher als von Vollzeitbeschäftigten.

"Es besteht daher weder Anlass, Teilzeitbeschäftigung schlecht zu reden, noch als einseitige Vorgabe der Wirtschaft darzustellen. Teilzeit ist ein Wunschmodell, keine Zwangsbeglückung", so Gleitsmann. (PM)

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