Bruno-Kreisky-Preis: Auszeichnungen für Historiker Christopher Clark und Politologen Emmerich Talos

Anerkennungspreise an Eva Geber, Gilles Reckinger und den Verlag "exil zentrum für interkulturelle kultur und antirassismusarbeit"

Wien (OTS/SK) - Gestern, Mittwochabend, wurde dem Historiker Christopher Clark und dem Politologen Emmerich Talos der Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2013 im Bruno-Kreisky-Forum für Internationalen Dialog verliehen. Der Preis wird seit 1993 jährlich vom Karl-Renner-Institut und der sozialdemokratischen Bildungsorganisation vergeben. Clark erhielt die Ehrung für seine umfassende Monografie über Vorgeschichte und Ausbruch des Ersten Weltkrieges "Die Schlafwandler". Talos wurde für sein publizistisches Gesamtwerk geehrt. "Der Preis wird jährlich an engagierte Autorinnen und Autoren für politische Literatur vergeben, die sich im Sinne von Bruno Kreisky für Werte wie Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz und die Freiheit der Kunst einsetzen", sagte Michael Ludwig, SPÖ-Wohnbaustadtrat und Vorsitzender der SPÖ-Bildung im Rahmen der Begründung der Jury. ****

Christopher Clark wurde 1969 in Australien geboren und lehrt derzeit in Cambridge Neuere Europäische Geschichte. "Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog" ist eine der wichtigsten Neuerscheinungen zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Clark beschreibt minutiös die Interessen und Motivationen der politischen Akteure und er zeichnet das Bild einer Welt, in der gegenseitiges Misstrauen, Fehleinschätzungen, Überheblichkeit, Expansionspläne und nationalistische Bestrebungen zu einer Situation führten, in der ein Funke genügte, den Krieg auszulösen.

Der Politologe Emmerich Talos wurde 1944 in St. Margarethen im Burgenland geboren und lehrte bis 2009 an der Universität Wien Politikwissenschaften. Zu seinen Forschungs- und Publikationsschwerpunkten zählen Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat und Sozialpartnerschaft, die politische Entwicklung Österreichs im 20. Jahrhundert und die Zeit des Austrofaschismus. Einer größeren Öffentlichkeit wurde Talos 1981 mit seinem Buch "Staatliche Sozialpolitik in Österreich, Rekonstruktion und Analyse" bekannt. 2013 erschien von ihm "Das austrofaschistische Herrschaftssystem. Österreich 1933 - 1938". Die Laudatio für Talos wurde vom Politikwissenschafter Ferdinand Karlhofer, Universität Innsbruck, gehalten.

Einen Anerkennungspreis erhielt die Autorin Eva Geber (u.a. "AUF. Eine Frauenzeitschrift") für "Der Typus der kämpfenden Frau. Frauen schreiben über Frauen in der Arbeiterzeitung von 1900 bis 1933". Darin folgt Geber akribisch dem politischen Kampf von Frauen. Die biografischen Skizzen der Autorinnen sowie der portraitierten Frauen veranschaulichen deren soziales und politisches Umfeld.

Einen weiteren Anerkennungspreis erhielt Gilles Reckinger. In "Lampedusa: Begegnungen am Rande Europas" erzählt der Ethnologe einfühlsam von den Lampedusani und ihrer Mittelmeerinsel, auf die sich Bootsflüchtlinge aus Afrika retten. Er bricht mit schablonenhaften Sichtweisen und zeigt, dass die Begegnung mit dem Fremden keinen Raum für rassistische Projektionen lässt.

Den Sonderpreis für besondere verlegerische Leistungen erhielt "exil zentrum für interkulturelle kultur und antirassismusarbeit" für die "edition exil". Migrations- und Emigrationserfahrungen, Exil und Rückkehr, das Leben zwischen Kulturen sowie aktuelle Themen im interkulturellen Kontext sind Schwerpunkte des Verlages.

Die PreisträgerInnen im Überblick:

Christopher Clark für "Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog" (DVA/Random House 2013).

Emmerich Talos für das publizistische Gesamtwerk.

Eva Geber für "Der Typus der kämpfenden Frau. Frauen schreiben über Frauen in der Arbeiter-Zeitung von 1900 bis 1933"(Mandelbaum Verlag, Wien 2013).

Gilles Reckinger für "Lampedusa: Begegnungen am Rande Europas" (Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2013).

"exil zentrum für interkulturelle kultur und antirassismusarbeit" für besondere verlegerische Leistungen.

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