Neues Volksblatt: "Besitzstandswahrer" von Markus EBERT

Ausgabe vom 4. März 2014

Linz (OTS) - Sie sind legendär, die Travicnek-Dialoge von Gerhard Bronner und Helmut Qualtinger. "Simmering gegen Kapfenberg - des nenn i Brutalität", hieß es da etwa. Schade, dass die beiden nicht mehr miterleben können, was man heutzutage auch abseits des grünen Rasens unter Brutalität verstehen kann.
Aktuellstes Beispiel: Der Streit zwischen Wissenschaftsrat und Fachhochschul-Konferenz um das Promotionsrecht. Dieses gehöre "von jeher zum institutionellen Kernbereich der Universität", richtete der Wissenschaftsrat in einer Aussendung den Fachhochschulen aus. Dort schoss man ebenso öffentlich zurück: Mit einer solchen Festlegung disqualifiziere sich der Wissenschaftsrat als neutraler Moderator in Sachen Promotionsrecht.
Es ist nicht das erste Mal, dass zwischen den diversen Wissenschafts-und Uni-Vertretungen die Fetzen fliegen. Man erinnere sich nur an die zum Teil desavouierenden Aussagen der Universitätenkonferenz (uniko) zur Linzer Medizin-Fakultät. Dass als Wortführer ausgerechnet jener Salzburger Rektor auftrat, der gleichzeitig Stiftungsrat der dortigen privaten Medizin-Uni ist, machte die Sache noch bemerkenswerter. Es wäre schön, wenn man sich im tertiären Bildungssektor mehr mit den Fragen der Gemeinsamkeit als mit hegemonialem Geplänkel befassen würde. Denn letztlich geht es um die optimale Nutzung der vorhandenen Ressourcen und nicht um kurzsichtiges Besitzstandswahren.

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