ÖGB-Achitz zu Arbeitsmarktdaten: Umschulen statt Rauswerfen

In Umschulung älterer und in Bildung junger Menschen investieren

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Lage der Älteren am Arbeitsmarkt ist dramatisch. Wir müssen daher alles tun, damit Ältere länger Arbeit haben", sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB. Das zeigen die Arbeitsmarktdaten, nach denen die Arbeitslosigkeit bei Beschäftigten ab 50 Jahren erneut überdurchschnittlich stark gestiegen ist. "Unternehmen dürfen Über-50-Jährige nicht länger auf das Abstellgleis stellen. Das ist wirtschaftlich unsinnig, und fügt den Betroffenen ein großes finanzielles und psychisches Leid zu", sagt Achitz. ++++

Der Leitende Sekretär des ÖGB fordert daher, dass die Betriebe in die Pflicht genommen werden. "Umschulen statt Rauswerfen muss die Devise lauten." Es muss für die Unternehmen deutlich teurer werden, ältere Beschäftigte vor die Tür zu setzen. Das wäre etwa durch das Bonus-Malus-System möglich, das der ÖGB seit einiger Zeit fordert, und das nun auch im Regierungsprogramm angekündigt wurde. Achitz:
"Das ist auch im Interesse der Wirtschaft, die immer vor einem demographisch bedingten Fachkräftemangel warnt."

Angesicht dieser Zahlen, muss die Regierung auch die vorgesehenen 350 Millionen Euro für die Beschäftigung Älterer so rasch wie möglich einsetzen. "Das Geld muss vor allem in die Umschulung älterer und in die Bildung junger Menschen investiert werden. Nur so, kann auch der von der Wirtschaft prophezeite Fachkräftemangel gelöst werden", sagt Achitz. Der ÖGB fordert auch, dass ältere Beschäftigte nicht mehr von der betrieblichen Bildung ausgeschlossen werden, wie das in der Praxis häufig der Fall ist.

Überstunden: Arbeit gerechter verteilen

Auch weniger Überstunden wären ein wichtiger Beitrag, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Nach wie vor werden 300 Mio. Überstunden jährlich in Österreich geleistet - gleichzeitig haben 440.843 Menschen gar keinen Job. "Es muss darüber diskutiert werden, wie die vorhandene Arbeit gerechter verteilt und mehr Arbeit geschaffen werden kann", fordert Bernhard Achitz. "Möglich wäre etwa, die Arbeitszeiten zu verkürzen und die Überstunden teurer zu machen." Auch die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes muss besser kontrolliert, und Verstöße müssen härter bestraft werden.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB-Kommunikation
Katja Dämmrich
Tel.: 01 534 44-39265
E-Mail: katja.daemmrich@oegb.at
www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002