Hundstorfer: Lage am Arbeitsmarkt weiter schwierig - leichte Anzeichen der Besserung bemerkbar

Arbeitsmarktpaket für Ältere wird 20.000 ArbeitnehmerInnen Chance auf Arbeitsplatz bringen

Wien (OTS/BMASK) - Ende Februar 2014 sind 356.745 Personen arbeitslos vorgemerkt, das ist eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Prozent bzw. ein Plus von 30.344. Inklusive der Schulungsteilnahmen beträgt die Zahl der vorgemerkten Arbeitssuchenden 440.843. Damit steigt der Bestand aktuell um 9,1 Prozent bzw. 36.837 Personen. "Für die Arbeitssuchenden bleibt es wohl nur ein geringer Trost, dass Österreichs im europäischen Vergleich weiterhin die geringste Arbeitslosigkeit aufweist. Mit einer internationalen Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent und einer Jugendarbeitslosenquote von 10,5 Prozent liegt die Performance des österreichischen Arbeitsmarktes nach wie vor im europäischen Spitzenfeld", unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Montag anlässlich der Arbeitsmarktdaten für den Monat Februar. ****

Unterstützt durch den frühen Frühlingsbeginn, aber vor allem auch durch die langsam anziehende internationale Konjunktur, zeigen sich auch erste Anzeichen von Entspannung. So konnten seit Jahresbeginn mit 91.567 um 5.051 mehr Arbeitssuchende in Beschäftigung vermittelt werden als im vergangenen Jahr, und dem Arbeitsmarktservice wurden im Lauf des Februars um 3,6 Prozent mehr offene Stellen gemeldet, so Hundstorfer. Weiterhin positiv entwickelt sich die Zahl der Arbeitsplätze. Mit 3.437.000 unselbständig Beschäftigten beträgt der Anstieg gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert rund 22.000 bzw. 0,6 Prozent. "Nach wie vor sind es vor allem die Dienstleistungsbranchen und hier vor allem der Einzelhandel, das Unterrichtswesen, der Tourismus, die Gebäudebetreuung und das Gesundheits- und Sozialwesen, die für steigende Nachfrage nach Arbeitskräften sorgen", sagte der Sozialminister.

Ende Februar gibt aber vor allem auch die Baubranche ein spürbares Lebenszeichen. Mit einem Minus von 2,1 Prozent bzw. 1.431 Personen ist im Baubereich erstmals seit zwei Jahren die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen wieder rückläufig. Ursache dafür ist vor allem der frühe Saisonstart auf Grund des ausnehmend milden Wetters.

Nach wie vor fällt es älteren, gering qualifizierten und gesundheitlich beeinträchtigten Personen überdurchschnittlich schwer, nach dem Verlust des Arbeitsplatzes wieder zurück in den Arbeitsmarkt zu finden. Obwohl der Zuwachs an unselbständig Beschäftigten bei den Arbeitskräften ab 50 mit 35.000 weiter anhält, steigt hier auch die Arbeitslosigkeit mit 20,3 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. "In dieser schwierigen Situation für ältere ArbeitnehmerInnen wird das Arbeitsmarktpaket für Ältere, das dieses Monat im Parlament beschlossen werden soll, für eine Entspannung sorgen", unterstrich der Sozialminister. 350 Millionen Euro werden in den nächsten drei Jahren zur Beschäftigungsförderung für die Generation 50+ bereitgestellt. Mittels Eingliederungsbeihilfen und der Stärkung des 2. Arbeitsmarktes können 20.000 Menschen pro Jahr gezielt gefördert werden - über 8.500 Personen werden im Anschluss einen fixen Arbeitsplatz mittels dieser Maßnahmen erhalten", ist der Minister überzeugt.

Männer können von der aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt deutlich überproportional profitieren. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit von Männern liegt mit aktuell 7,0 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt während die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Frauen um 13,5 Prozent ansteigt. Hauptverantwortlich für die Zunahme bei den Frauen ist der Umstand, dass trotz durchwegs steigender Beschäftigung in den Dienstleistungsbranchen, das Arbeitskräfteangebot noch stärker zunimmt. In der Folge steigt u.a. die Arbeitslosigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen um 16,1 Prozent, im Tourismus um 14,1 Prozent und im Handel um 13,2 Prozent.

Die Verlagerung des Arbeitslosigkeitsanstiegs auf den Dienstleistungsbereich ist auch der Hauptgrund für die aktuelle regionale Entwicklung. In Wien als dienstleistungsorientiertem Ballungszentrum liegt Ende Februar die Zunahme der Arbeitslosigkeit mit 13,2 Prozent über dem der anderen Bundesländer. Überdurchschnittlich stark steigt sie zudem noch in Tirol mit 11,5 Prozent und Oberösterreich mit 9,7 Prozent. Unter dem Durchschnitt bleibt die Zunahme vor allem in Vorarlberg mit 4,6 Prozent und dem Burgenland mit 5,4 Prozent.

Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit (15 bis 24) bleibt mit 3,9 Prozent (+1.746) dagegen deutlich unter dem Durchschnitt. Bei den BerufseinsteigerInnen zwischen 15 und 19 Jahren ist die Arbeitslosigkeit sogar um 2,7 Prozent rückläufig. Die Zahl der Lehrstellensuchenden steigt mit 2,3 Prozent nur mehr leicht an, relativ schwach bleibt allerdings noch der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen mit einem Minus gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Prozent.

"Zusammengefasst bleibt damit der grundsätzliche Trend am österreichischen Arbeitsmarkt erhalten. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen nimmt etwas verlangsamt aber dennoch zu und es muss auch in den kommenden Monaten noch mit steigenden Zahlen gerechnet werden. Mit Maßnahmen wie dem Arbeitsmarktpaket für Ältere aber auch Qualifizierungsprogramme wie das Fachkräftestipendium, das sehr gut angenommen wird, werden wir weiterhin alles unternehmen, um die Lage der Arbeitssuchenden zu verbessern", schloss Hundstorfer. (Schluss)

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