Schluss mit Wegschauen: AK fordert Maßnahmen gegen die Rekordarbeitslosigkeit

Linz (OTS) - Obwohl die Arbeitslosigkeit in Österreich und Europa auf einem historischen Rekord-niveau liegt und weiter steigt, unternehmen die politisch Verantwortlichen nichts da-gegen. "Durch Nichtstun und Zuschauen werden die Probleme auf dem Arbeitsmarkt nicht gelöst", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er fordert rasche und um-fassende Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit. "Ansonsten ist der soziale Frieden in Europa und auch in Österreich in Gefahr", so Kalliauer.

Die Arbeitslosigkeit ist in Oberösterreich so hoch wie noch nie:
Laut der aktuellen Arbeits-marktanalyse der AK Oberösterreich ist sie im 4. Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahr um rund 16 Prozent gestiegen. Aktuell sind fast 60.000 Oberösterreicher/-innen ohne Job - um rund 21.000 mehr als vor Ausbruch der Wirtschaftskrise. Besonders dramatisch ist, dass rund 13.000 Jugendliche in Oberösterreich entweder arbeitslos, in Schulung oder auf Lehr-stellensuche sind.

Noch nie in der Geschichte Europas waren so viele Menschen ohne Beschäftigung wie der-zeit. Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Arbeitslosen in der EU 27 um rund 8,5 Millionen gestiegen. Auch in Österreich liegt die Arbeitslosigkeit auf einem historischen Hoch. Dass gleichzeitig auch die Beschäftigung steigt und Österreich im internationalen Vergleich noch relativ gut dasteht, wird als Ausrede benutzt, dass nichts gegen die Rekordar-beitslosigkeit unternommen wird. "Arbeitslosigkeit wird in solchen Phasen weniger als gesell-schaftliches Problem wahrgenommen, sondern als individuelles Versagen interpretiert - ein Hohn für alle, die verzweifelt Arbeit suchen und um ihre Existenz bangen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Während die heimische Wirtschaftspolitik im Krisenjahr 2009 noch kräftig gegensteuerte und sich dafür noch immer rühmt, ist momentan kaum Bewusstsein und Bereitschaft zu spüren, massiv gegen die Arbeitslosigkeit anzukämpfen.

"Das Gesundbeten der Konjunktur und des Arbeitsmarktes durch diverse Wirtschaftsforscher reicht halt nicht, um die Rekordarbeitslosigkeit zu reduzieren", merkt Kalliauer an und fordert ein Konjunkturbelebungsprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft und Beschäftigung. Dieses Programm und eine noch aktivere Arbeitsmarktpolitik erfordern Geld, das der Staat momentan nicht hat. Darum sind eine Vermögenssteuer und die Finanztransaktionssteuer dringend nötig. Das im Regie-rungsprogramm festgeschriebene Bonus-Malus-System zur Förderung der Beschäftigung Älterer muss rasch umgesetzt werden. Denn bei den Arbeitnehmern/-innen über 50 steigt die Arbeitslosigkeit am stärksten. Aber auch die skandalöse Situation der dramatisch steigenden Jugendarbeitslosigkeit in ganz Europa darf nicht länger einfach so hingenommen werden. Zur Umsetzung der Jugendausbildungsgarantie sind für die Eurozone 21 Milliarden Euro nötig - bis jetzt wurden nur sechs Milliarden Euro beschlossen.

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