ORF-"Kulturfrühling" (1): Da-Ponte-Zyklus von Nikolaus Harnoncourt am Theater an der Wien schon im März in ORF III

Im Rahmen von "Erlebnis Bühne" am 9., 23. und 30. März um 20.15 Uhr

Wien (OTS) - Am 6. März 2014 startet das Theater an der Wien seinen konzertanten Da-Ponte-Zyklus unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt, der Mozarts Opern-Trias "Le nozze di Figaro", "Don Giovanni" und "Così fan tutte" musikalisch möglichst originalgetreu, gemäß der historischen Darbietungspraxis, zur Aufführung bringen möchte. Nur je zweimal wird das neue Wiener Opernhaus die drei Werke spielen, die Nachfrage des Publikums hätte ein Vielfaches gerechtfertigt. In Zusammenarbeit mit dem ORF wird die außerordentliche künstlerische Interpretation des Zyklus allen Österreicherinnen und Österreichern zugänglich gemacht: An drei Sonntagen, am 9., 23. und 30. März, strahlt ORF III im Rahmen des ORF-"Kulturfrühlings" die Opern jeweils im Hauptabend, um 20.15 Uhr in "Erlebnis Bühne", aus - begleitet von einem umfassenden Rahmenprogramm. "Wir werden Mozart sehr nahe kommen", versprach der österreichische Stardirigent gestern, am Mittwoch, dem 26. Februar, im Rahmen einer Pressekonferenz im neuen Wiener Opernhaus, bei der er gemeinsam mit Intendant Roland Geyer, Regisseur Felix Breisach, mit dem Harnoncourt bereits seit 20 Jahren zusammenarbeitet, sowie ORF-III-Programmgeschäftsführer Peter Schöber das Projekt vorstellte. Auf der Bühne glänzen Operngrößen wie Bo Skovhus, Christine Schäfer, Ildikó Raimondi, Mari Eriksmoen, Andrè Schuen, Maite Beaumont, Ruben Drole, Elisabeth Kulman, Mika Kares, Mauro Peter, Katja Dragojevic und Markus Werba, begleitet vom Concentus Musikus und dem Arnold Schoenberg Chor.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Drei Juwele des ORF-'Kulturfrühlings'"

"Die Vermittlung kulturellen Schaffens in all seinen faszinierenden Facetten, das ist eine Kernkompetenz des ORF, ist wesentlicher Teil des öffentlich-rechtlichen Auftrags - und mir persönlich ein wichtiges Anliegen. Die Da-Ponte-Opern unter Nikolaus Harnoncourt aus dem Theater an der Wien sind nur drei Juwele des insgesamt funkelnden Kulturangebots, das der ORF in diesem Frühling in allen seinen Medien vor seinem Publikum ausbreitet!", zeigt sich ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz stolz über die Koproduktion mit Nikolaus Harnoncourt und dem Theater an der Wien. "Der ORF-'Kulturfrühling' bietet rund 190 Stunden Programm in TV und Radio mit einem spannenden Mix aus Oper, Ballett, Theater, Konzerten, Dokumentationen, thematischen Schwerpunkten wie dem 150. Geburtstag von Richard Strauss oder auch Filmkultur zum Beispiel in Form der Live-Oscar-Nacht und der Premiere des österreichischen Oscar-Erfolgs des Vorjahres, Michael Hanekes 'Amour'. Der ORF ist und bleibt D E R mediale Kulturbotschafter unseres Landes."

ORF-III-Programmgeschäftsführer Peter Schöber: "Mich freut, dass es uns ermöglicht wurde, trotz Sparbudgets gemeinsam mit unseren Partnern UNITEL und den Vereinigten Bühnen Wien diesen programmlichen Ritterschlag für unser Publikum produzieren zu können - ein einzigartiges Fernseherlebnis, das seinesgleichen sucht." Mehr als 30 Stunden Programm wird der ORF-Kultur- und -Informations-Spartensender seinem Publikum rund um die Aufzeichnungen des Da-Ponte-Zyklus bieten: Neben den von Felix Breisach in Szene gesetzten drei Opern "Le nozze di Figaro", "Don Giovanni" und "Così fan tutte" stehen ab dem 7. März ein "Kultur Heute Spezial", Interviews mit den Protagonisten, zahlreiche Porträts und Künstlergespräche auf dem Programm.
UNITEL wird auch den Vertrieb des einmaligen Opernereignisses übernehmen: Eine DVD-Veröffentlichung ist schon in Planung. Zudem wird UNITEL CLASSICA, der Premium Pay-TV-Kanal für klassische Musik, die Produktion weltweit in 26 Ländern ausstrahlen.

Intendant Roland Geyer: "Etwas Außergewöhnliches, das sicher nachhaltig wirkt"

Über den Da-Ponte-Zyklus und die Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt sagt Theater-an-der-Wien-Intendant Roland Geyer:
"Nikolaus Harnoncourt ist für die österreichische Musik, für die Oper und hier insbesondere für die Opern Mozarts herausragend - als Persönlichkeit, als Fachmann, als Musiker. Die Zusammenarbeit zwischen Nikolaus Harnoncourt und mir ist nun etwa 15 Jahre alt, und ich glaube, dieser Da-Ponte-Zyklus ist die Krönung unserer gesamten Kooperation. Dass Nikolaus Harnoncourt diese drei besonderen Mozartopern in einer Serie gemäß ihrer Entstehung mit dem Concentus Musicus und einem speziell zusammengestellten Mozartensemble zur Aufführung bringt, ist für das Theater an der Wien etwas Außergewöhnliches, das sicher nachhaltig wirkt und auch in 20 Jahren noch etwas ganz Besonderes sein wird. Ich bin überzeugt davon, dass viele Menschen, vor allem die kundigen, überrascht und bewegt sein werden von der einen oder anderen Interpretationssituation."

Nikolaus Harnoncourt: "Der macht schon wieder alles anders!"

Mozart werde heute nicht mehr so gespielt, wie er es selbst verlangt habe, betonte Nikolaus Harnoncourt im Rahmen der Pressekonferenz, und verwies auf die Tonlagen, die Umsetzung der Rezitative oder die Wahl der Instrumente. "Wir werden versuchen, hörbar zu machen, warum Mozart so komponiert hat, wie er komponiert hat. Und alle werden sagen: Der macht schon wieder alles anders! Aber mit diesem Stempel werde ich freudig in die Grube springen!", so der 84-jährige Stardirigent. "Mich hat die neuerliche Beschäftigung mit diesen Opern gereizt. Ich nehme nie etwas ins Repertoire, sondern mache eine möglichst lange Pause, bis ich mich mit einem Werk wieder befasse. Und dann gehe ich wieder von ganz Neuem an das heran, und dann packt mich auch schon wieder die Leidenschaft", so Harnoncourt. "Der höchste Reiz für mich ist die Auseinandersetzung mit den Klängen und das Gehen an Grenzen und über Grenzen."

Besonders wichtig sei ihm, herauszuarbeiten, was genau Mozart mit vielen kompositorischen Feinheiten sagen wollte, für die uns heutzutage das musikalische Gespür und Gehör fehlt. So betrachtet Harnoncourt Mozarts Opern nicht als historisch, auch wenn man seine musikalische und aufführungstechnische Herangehensweise so interpretieren mag - ganz im Gegenteil: "Man kann Kunst nicht in historisch oder gegenwärtig unterteilen, denn ganz große Kunst ist immer heutig. Und das Historisierende, das lasse ich mir nur sehr ungern unterschieben!"

Drei Dokus aus mehr als 2.700 Stunden Filmmaterial - Regisseur Felix Breisach: "Wahnsinnig interessant!"

Ganz im Sinne Harnoncourts wird Bildregisseur und Produzent Felix Breisach die Opern für den ORF inszenieren. Der im Bereich Kultur und Musik versierte Filmemacher und Produzent, vom Meister selbst als sein "Dokumentarist und Interpret" bezeichnet, übernimmt rund um den Da-Ponte-Zyklus gleich mehrere Rollen: Er verantwortet nicht nur die Bildregie der TV-Aufzeichnung, sondern gestaltet und produziert auch drei ergänzende Dokumentationen. Gemeinsam mit seinem Team begleitete er sechs Tage lang die musikalischen Proben im Haus von Alice und Nikolaus Harnoncourt in St. Georgen im Attergau. Jeder Produktion -"Le nozze di Figaro", "Don Giovanni" und "Così fan tutte" - wird eine umfassende Dokumentation zur Seite gestellt, die die Entstehung des Da-Ponte-Zyklus filmisch festhält und Nikolaus Harnoncourt, dem illustren Sängerensemble sowie dem Orchester Concentus Musicus beim allmählichen Entstehen der Werke über die Schulter sieht.

Bisher hat der gebürtige Steirer Breisach rund 2.700 Stunden Filmmaterial gedreht, weiteres von den Orchesterproben soll noch folgen. "Es ist ein großes Vergnügen, mit Nikolaus Harnoncourt zusammenzuarbeiten. Ich kann behaupten, dass ich bei ihm seit 20 Jahren studiere. Auch diesmal in St. Georgen haben wir alle sechs Tage lang, acht bis zehn Stunden täglich, Unterricht von ihm bekommen und viel gelernt. Ich habe eigentlich geglaubt, die drei Opern zu kennen, aber jetzt kenne ich sie wirklich. Es war wahnsinnig interessant", so Breisach. "Das, was das Publikum in den Konzerten erwartet, ist völlig neu gedacht und so spannend, wie man es noch nie gehört hat."

Die drei begleitenden Dokumentationen werden in den nächsten Monaten in ORF III erstausgestrahlt - voraussichtlich im Rahmen eines Programmschwerpunks zum 85. Geburtstag von Nikolaus Harnoncourt (6. Dezember) mit u. a. einem ganzen "Erlebnis Bühne"-Programmtag am 7. Dezember.

Weitere Details zum Da-Ponte-Zyklus in ORF III bzw. zum ORF-"Kulturfrühling" sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0008