Hundstorfer zum 25. Todestag Dallingers: "Die Visionen Dallingers sollen nie vergessen sein"

"Wer nicht den Mut zum Träumen hat, hat auch nicht die Kraft zum Kämpfen"

Wien (OTS/SK) - Am 23. Februar jährte sich der Todestag des ehemaligen Sozialministers Alfred Dallinger zum 25. Mal und heute wurde ihm zu Ehren eine Gedenkveranstaltung abgehalten. RednerInnen waren u.a. Sozialminister Hundstorfer, die ehemalige Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales Eleonore Hostasch, sowie der damalige Verkehrsminister Ferdinand Lacina. "Viele seiner Visionen leben heute noch und sind aktueller denn je", betonte Bundesminister Hundstorfer und sprach dabei den Anspruch Dallingers für eine Demokratisierung der Arbeitswelt an, sowie seinem Bestreben die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Unter den Gästen waren neben der Familie Dallingers der Gesundheitsminister Alois Stöger, der Präsident des österreichischen Pensionistenverbandes Karl Blecha, Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske, ÖGB-Vorstand Erich Foglar und viele mehr. ****

"Es gibt Tage, die man nicht vergisst", sagte Sozialminister Hundstorfer und erinnerte an den Tag des tragischen Unglücks als das kleine Flugzeug, das Alfred Dallinger mit elf anderen Insassen bestiegen hat, in den Bodensee abgestürzt war.

"Wir wollen einen Blick in die Vergangenheit wagen, aber auch in die Zukunft. Denn die Visionen Dallingers sollen nie vergessen sein und auch weiterhin leben. Als er 1980 unter der Regierung Kreiskys als Sozialminister eingesetzt wurde war er kein unbeschriebenes Blatt. Er hat sich jahrzehntelang für die Interessen der ArbeitnehmerInnen eingesetzt. Visionäres Denken, Grundsatztreue, Loyalitätssinn, Kampfeslust und Kompromissfähigkeit waren Eigenschaften, die ihn ausmachten. Schon in der Arbeitslosigkeit der frühen 1950-er Jahre hat er Arbeit für alle zu einem zentralen Thema seiner Politik gemacht. Beschäftigung, Demokratisierung der Arbeitswelt durch Mitbestimmung, Kürzung der Arbeitszeiten, Wertschöpfungsarbeit, Chancengleichheit der Frauen waren einige seiner Themen, die ihn angespornt haben. Diese Vorstellungen wollte er als Sozialminister umsetzen und war dabei hartnäckig und kämpferisch. Viele seine Ideen und Konzepte sind heute gültiger denn je", unterstrich Hundstorfer.

"Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktförderungspolitik. Förderung und Integration von Menschen mit Behinderung, Sicherung des Pensionssystems, Ausbau und Schutz für Arbeitnehmerinnen. Seine Forderungen lesen sich fast wie ein Regierungsprogramm 2014. Er war ein Vordenker, ein Visionär", bemerkte der Bundesminister und erwähnt auch die Bedeutung Dallingers in der heutigen Zeit: "Er hat sehr vieles bewegt, viele Diskurse angestoßen. Manches von dem, wofür er eingetreten ist, ist heute schon Realität, wie z.B. die bedarfsorientierte Mindestsicherung." In Dallingers Büro habe sich eine schwarze Tafel mit folgender Inschrift befunden: "Wer nicht die Mut zum Träumen hat, hat auch nicht die Kraft zu kämpfen."

Die ehemalige Sozialministerin Eleonore Hostasch schätzte Dallinger als Menschen, er war einer der sich "für eine gerechtere Welt und gegen jede Form des Faschismus eingesetzt hat. Er verstand sich als Anwalt der sozial Schwachen. Seine Reden und seine Sprachen haben fasziniert. Er war überzeugend, klar und authentisch."

"Es waren Zeiten des wirtschaftlichen Umbruchs und Dallinger hatte das Ziel möglichst viele Menschen in Beschäftigung zu bringen oder zu halten", erinnerte sich der damalige Verkehrsminister Ferdinand Lacina: " Er führte eine Reihe erfolgreicher Experimente durch, mit denen er es geschafft hat, dass der Sockel der Arbeitslosigkeit in Österreich wesentlich weniger anwuchs, als in den anderen Ländern Europas." (Schluss) dm/up

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