AK Oberösterreich fordert die Wirtschaftskammer auf: Gemeinsam für mehr Transparenz und gerechte Entlohnung

Linz (OTS) - Die Arbeiterkammer fordert, dass die Gebietskrankenkasse künftig Arbeitnehmer/-innen informieren soll, wenn sie bei deren Arbeitgebern/-innen Sozialversicherungsbeiträge nachverrechnen muss. Zumeist passiert dies nämlich, wenn Löhne und Gehälter vorenthalten wurden. "Wenn die Betriebe und ihre Vertretung tatsächlich ein reines Gewissen haben, sollten wir das gemeinsam fordern", erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer als Reaktion auf die heutige Aussendung der WK Oberösterreich. Gleichzeitig weist er die untergriffigen Vorwürfe des Sozialpartners zurück.

"Die Wirtschaftskammer jammert, dass die Betriebe von der AK kriminalisiert werden. Dem stehen die Fakten gegenüber", erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Alleine im vergangenen Jahr hat die AK für ihre Mitglieder mehr als 118,5 Millionen Euro erkämpft, einen großen Teil davon in Arbeitsrechtsprozessen, in denen es um Löhne und Gehälter ging, sowie in Insolvenzfällen. "Da von Pauschalverdächtigungen zu reden, ist schon mutig. Ganz im Gegenteil:
Wir holen die schwarzen Schafe vor den Vorhang - daran muss auch die Wirtschaftskammer ein Interesse haben", sagt Kalliauer.

Dass die Dunkelziffer der vorenthaltenen Löhne und Gehälter wohl noch viel höher ist, zeigen zum einen die Nachverrechnungen durch die Gebietskrankenkasse (GKK). Zum anderen fällt aber auch der Umstand auf, dass neun von zehn Rechtsfällen erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses abgewickelt werden können, weil die Arbeitnehmer/-innen erst dann zur AK kommen, wenn sie nicht mehr um ihren Job bangen müssen. Was während des aufrechten Arbeitsverhältnisses nicht gezahlt wird, fällt oft der berechtigten Angst der Beschäftigten um ihren Arbeitsplatz und den viel zu kurzen Verfallsfristen zum Opfer.

In ihrem Rundumschlag gegen die seriösen Zahlen der AK argumentiert die Wirtschaftskammer widersprüchlich: Einerseits gibt sie zu, dass viele Nachverrechnungen durch die GKK im Zusammenhang mit Insolvenzen stehen. Andererseits lässt sie das Paradebeispiel dayli nicht als "Sittenbild der oberösterreichischen Wirtschaft" gelten. "Tatsächlich tritt erst bei Insolvenzen zutage, was jahrelang unter den Tisch gekehrt wurde, nämlich systematische Unterbezahlung und Lohnvorenthaltung", erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und holt die Wirtschaftskammer gleich mit ins Boot:

"Wenn aber die Zahlungsmoral der oberösterreichischen Betriebe tatsächlich besser ist als wir in der Beratung und Vertretung sehen, dann dürfte es für die Wirtschaftskammer wohl auch kein Problem darstellen, unserer Forderung nachzukommen: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen darüber informiert werden, wenn die GKK bei Betrieben Beiträge nachverrechnen muss, weil Löhne und Gehälter nicht bezahlt wurden", sagt Kalliauer. Gleiches gilt für die Forderung nach Abschaffung der Verfallsfristen: "Wenn die Betriebe ohnehin ordnungsgemäß abrechnen und zahlen, kann es die Wirtschaft nicht stören, wenn wir die Verfallsfristen abschaffen."

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