JW-Rohrmair-Lewis: Reform-Unwille riskiert Zukunft der Jungen

Jungunternehmer als Wachstums- und Beschäftigungsmotor brauchen richtige Rahmenbedingungen

Wien (OTS/PWK113) - "Wir brauchen in Österreich dringend Reformen, um zukünftige Herausforderungen, etwa bei Jugendbeschäftigung, Bildung oder Arbeitslosigkeit, zu meistern. Nur so kann den Jungen eine Perspektive geboten werden. Wer das negiert, riskiert fahrlässig die Zukunft der jungen Generation. Derzeit erkenne ich in Österreich leider einen ausgeprägten Reform-Unwillen", erklärte Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), heute im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich des 25. Todestages des ehemaligen Sozialministers Alfred Dallinger, zu der Sozialminister Rudolf Hundstorfer eingeladen hatte. In ganz Europa ist die Arbeitsmarktsituation für Jugendliche momentan schwierig - auch in Österreich, trotz einer im EU-Vergleich immer noch niedrigen Jugendarbeitslosenquote. Die Politik sei nun gefordert, so Rohrmair-Lewis, entsprechende Schritte zu setzen. Außerdem müssten die Rahmenbedingungen für die Jungunternehmer so gestaltet sein, dass es ihnen auch möglich sei, Investitionen zu tätigen und somit Arbeitsplätze zu schaffen. Immerhin schafft in Österreich jedes Unternehmen bei seiner Gründung 2,4 direkte Arbeitsplätze.

Zu wenig ergänzende Finanzierungsformen, zu hohe Lohnnebenkosten "Das Wachstums- und Beschäftigungspotential der Jungunternehmer ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Um dieses Reservoir aber nutzen zu können, ist nun die Politik, etwa bei der Unternehmensfinanzierung oder den Steuern, am Ball", so Rohrmair-Lewis. Davon würden sowohl Unternehmer als auch Arbeitnehmer profitieren. "Wenn ich heute als Jungunternehmer wachsen und Mitarbeiter einstellen möchte, gleicht das in Österreich momentan einer Herkulesaufgabe. Als Jungunternehmer überlege ich mir deshalb mehrmals, ob ich - trotz des Risikos, des hohen Verwaltungsaufwandes und der hohen Lohnnebenkosten- auch wirklich einen Mitarbeiter einstellen soll", betonte der JW-Bundesvorsitzende. Konkreten Handlungsbedarf sieht er beispielsweise beim Thema Crowdfunding. Zudem müssten die Lohnnebenkosten für den ersten Mitarbeiter im ersten Jahr der Anstellung abgeschafft werden. Das würde jungen Unternehmen helfen, Jobs zu schaffen.

Bildung und Verwaltung als große Reformbrocken
Besondere Anstrengungen seien auch in den Bereichen Bildung und Verwaltung notwendig. "Solide Bildung und gute Ausbildung in der Schule sowie in der Lehre sind die Basis für gut qualifizierte Arbeitnehmer. Österreich hinkt seinen Möglichkeiten weit hinterher. Es braucht einen effizienteren Mitteleinsatz, effektive Strukturen und eine Anpassung der Lehrpläne an die moderne Arbeitswelt", betonte Rohrmair-Lewis, der im Zuge der Diskussion auch auf das vorhandene Sparpotential in der Verwaltung verwies. Jene Milliarden, die dort begraben liegen, wären für Investitionen in die Zukunft besser angelegt. "Wir müssen wieder den Anspruch haben, unsere Zukunft zu gestalten anstatt die Gegenwart zu verwalten! Das ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche und visionäre Politik im Sinne der jungen Generation", brachte Rohrmair-Lewis abschließend auf den Punkt. (ES)

Rückfragen & Kontakt:

Junge Wirtschaft
Roman Vonderhaid
Tel: +43 05 90 900 - 3737
Mail: roman.vonderhaid@wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003