Ukraine: Janukowitsch angeblich in Moskau-orientiertem Kloster

Ex-Präsident hatte sich von Patriarch Kyrill I. segnen lassen

Moskau-Kiew, 24.02.14 (KAP) Der mit Haftbefehl gesuchte ukrainische Ex-Präsident Viktor Janukowitsch hält sich angeblich in einem Kloster des orthodoxen Moskauer Patriarchats in der Ukraine auf. Das meldete der russische Auslandsrundfunk am Montag unter Berufung auf den ukrainischen Abgeordneten Alexander Briginez. Eine Bestätigung liege nicht vor.

Gegen Janukowitsch wurde nach Angaben des Innenministeriums in Kiew Haftbefehl wegen Massenmordes an Zivilisten erlassen. Bei den Straßenschlachten in Kiew waren in der vergangenen Woche mindestens 82 Menschen ums Leben gekommen. Ukrainische Medien spekulieren, dass der Ex-Präsident auf die Halbinsel Krim im Südosten des Landes geflohen sei. Dort ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert.

Der Ex-Präsident ist ein orthodoxer Christ. Er ließ sich im Februar 2010 unmittelbar vor seiner Vereidigung als Präsident demonstrativ vom eigens angereisten russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. segnen.

Am Donnerstag hatte eine andere große Kirche des Landes, die von Moskau abgespaltene unabhängige Kiewer ukrainisch-orthodoxe Kirche, die Fürbitten für die Regierung in ihren Gottesdiensten eingestellt. Ab sofort sollte stattdessen für das Volk gebetet werden. Der unabhängige Kiewer Heilige Synod, dem Patriarch Filaret (85) und zehn Bischöfe angehören, begründete dies damit, dass die Regierung Aufrufe der Kirchen missachtet habe, keine Menschen zu töten oder gegen sie Gewalt anzuwenden.

Im Unterschied zur westlichen Trennung von Staat und Kirche sieht die orthodoxe Theologie das Verhältnis beider Größen als gegenseitige Stützung von weltlicher und geistlicher Macht, die sogenannte "Symphonia". Ein Verzicht auf Fürbitten für die Regierenden ist demnach eine gewichtige politische Aussage.

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