ÖGB-Achitz: Im ÖBB-Speisewagen wird österreichisch kassiert, aber ungarisch entlohnt

EU-Entsenderichtlinie schreibt aber ortsübliche Bezahlung der Beschäftigten vor

Wien (OTS/ÖGB) - "Wer in Österreich arbeitet, muss auch nach österreichischen Kollektivverträgen bezahlt werden, auch wenn der Arbeitsplatz ein Zug ist und hin und wieder aus Österreich hinausrollt", sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, aus Anlass der in der aktuellen Ausgabe von "profil" beschriebenen Zustände in den Speisewägen der ÖBB. Die Do&Co-Tochter "Henry am Zug" beschäftige dort Ungarinnen und Ungarn zu einem Drittel des in Österreich vorgeschriebenen Lohns.++++

Die Begründung, dass die Züge ja auch bis Budapest fahren würden, lässt Achitz nicht gelten: "Den Großteil der Strecke fahren die Züge in Österreich, also müssen auch österreichische Arbeitsbedingungen gelten. Sonst wäre die EU-Entsenderichtlinie für die gesamte Transportbranche sinnlos, und das kann nicht im Sinne des Erfinders sein, der ja die Beschäftigten vor Lohndumping schützen will."

Erstaunlich sei außerdem, dass "Henry am Zug" zwar die Löhne, nicht aber die Preise an ungarische Verhältnisse anpasse. "Die Fahrgäste müssen österreichische Preise zahlen, aber die Beschäftigten werden mit Dumpinglöhnen abgespeist. Der ÖGB fordert, dass Aufträge von staatsnahen Unternehmen künftig nur mehr an Unternehmen vergeben werden, die soziale Mindestkriterien erfüllen. Die Devise lautet:
Bestbieter- statt Billigstbieterprinzip."

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