Grundwehrdiener-Befragung: 93 Prozent der Rekruten vertrauen ihren Vorgesetzten

Wien (OTS/BMLVS) - Als eine von vielen Maßnahmen zur Reform des Grundwehrdienstes im Österreichischen Bundesheer werden alle Grundwehrdiener anonym zu ihren Erfahrungen befragt. Nun liegen die Ergebnisse der Befragung des ersten Einrückungstermins 2014 vor. Daraus lassen sich erste, positive Auswirkungen der Wehrdienstreform ableiten.

3.531 Grundwehrdiener wurden, zwei bis drei Wochen nach ihrem Einrücken mittels eines standardisierten Fragebogens befragt. Als Vergleich wurden die Angaben von Wehrpflichtigen aus vergangenen Jahren herangezogen. 33 Fragen zum Erstkontakt, dem Einrücken, dem Zusammenhalt, der Infrastruktur, der medizinischen Versorgung und der Beanspruchung wurden den Soldaten aus allen Bundesländern gestellt.

Bei allen Fragen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Wehrdienstreform stehen, ist ein positiver Trend erkennbar.

Die bei der Stellung erhaltenen Informationen fanden im Jahr 2013 69 Prozent positiv, bzw. eher positiv; dieser Prozentsatz stieg im Jahr 2014 auf 76. Bei 70 Prozent aller Wehrpflichtigen wurden die Wünsche nach dem Ort und Zeitpunkt des Einrückens respektiert. Im Jahr 2013 lag dieser Wert nur bei 68 Prozent. 82 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie in den ersten Tagen nach dem Einrücken ausreichend Informationen erhalten haben. Im Jahr 2013 lag dieser Wert bei 69 Prozent. Die Kameradschaft empfinden 98 Prozent aller Wehrpflichtigen als positiv bzw. eher positiv und 93 Prozent vertrauen ihren unmittelbaren Vorgesetzten.
Dass die militärische Ausbildung von den Soldaten angenommen wird, zeigt sich daran, dass 89 Prozent der Soldaten angeben, die militärischen Regeln und Vorschriften auch dann zu beachten, wenn sie niemand dabei beobachtet.
Sehr zufrieden, bzw. zufrieden mit der Verpflegung sind 79 Prozent, dem Freizeitangebot 76 Prozent und mit der Unterkunft 54 Prozent. Hier gibt es jedoch starke regionale Unterschiede. Sehr zufrieden sind die Rekruten der Garnison Güssing: So liegt die Zufriedenheit mit dem Freizeitangebot bei den Soldaten aus der Garnison Güssing bei 96 Prozent, die Zufriedenheit mit der Unterkunft bei 98 Prozent. Die Kaserne Güssing wurde 2013 neu errichtet.

Entwicklungspotential gibt es bei der körperlichen und der psychischen Beanspruchung. Hier sagen 39 Prozent, dass sie körperlich überfordert, bzw. eher überfordert sind; nur 11 Prozent fühlen sich unterfordert. 46 Prozent der befragten Rekruten fühlen sich psychische überfordert. Wenige Tage nach dem Einrücken fühlten sich 51 Prozent der Grundwehrdiener bereit, im Rahmen eines Einsatzes Katastrophenhilfe zu leisten. 27 Prozent haben ihre Entscheidung, den Grundwehrdienst zu absolvieren, zumindest wenige Tage nach dem Einrücken, bereut.

Die Soldaten sind zum Zeitpunkt der Befragung zu 29 Prozent in Niederösterreich stationiert, jeweils zu 15 Prozent in Kärnten und Salzburg und jeweils zu 8 Prozent in der Steiermark und in Oberösterreich; der Rest ist in allen anderen Bundesländern stationiert.

Seit dem Einrückungstermin Jänner 2014 gibt es eine verpflichtende, strukturierte Befragung aller Grundwehrdiener. Die Fragebögen werden in der zweiten, 12., und 22. Ausbildungswoche ausgefüllt und durch Militärpsychologen ausgewertet. Im Anschluss werden die betroffenen Kommandanten über die Ergebnisse informiert.

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