All In-Verträge oft nur ein Raubzug der Betriebe an Mitarbeitern

Gaby Tamandl (ÖAAB-FCG): "Wirtschaft soll sich mit pauschalen Unterstellungen zur privaten Diensthandy und -Laptop Nutzung zurückhalten!"

Wien (OTS/ÖAAB-FCG) - "Mit der Binsenweisheit vom Geben und Nehmen bei der Benützung von Diensthandys und Laptops durch Arbeitnehmer, sollten sich die Vertreter der Wirtschaftskammer zurückhalten", meint Gaby Tamandl (ÖAAB-FCG) zur aktuellen Debatte um die Erreichbarkeit von Arbeitnehmern im Krankenstand oder außerhalb der Dienstzeiten. Tamandl kritisiert damit die pauschalen Unterstellungen von Martin Gleitsmann, dem Leiter der Abteilung Sozialpolitik der WKÖ, besonders scharf. Seine Aussage, dass Arbeitgeber die Nutzung von Arbeitszeit, Diensthandy und -Laptop zu privaten Zwecken vielfach tolerieren und deshalb auch eine gewisse Flexibilität der Arbeitnehmer außerhalb der Arbeitszeit angebracht sei, ist nach Tamandl eine Ungeheuerlichkeit. Gleitsmann hatte nämlich auch gedroht, dass Arbeitgeber sonst private Telefonate oder das Internetsurfen von der Arbeitszeit abziehen könnten?
Völlig absurd ist laut der Wiener ÖAAB-Kandidatin für die kommende AK-Wahl auch die Sicht der Wirtschaftskammer zu All In-Verträgen: In der Wirtschaftskammer meint man nämlich dazu, sie würden ja ohnehin über dem Kollektivvertrag liegen. Gabriele Tamandl: "Der Kollektivvertrag ist nur ein Mindestlohn und deckt natürlich Überstunden und außervertragliche Leistungen keineswegs ab." Aktive Betriebsräte würden die Unzulänglichkeiten in den Betrieben zu diesem Thema nur allzu gut kennen: "Warum stellen denn so viele Betriebe auf All In-Verträge um - und streichen dabei meist auch früher bezahlte Überstunden oder Wocheneddienste zusammen?" All In-Verträge für leitende Mitarbeiter und Manager seien ja durchaus sinnvoll. Das dürfe aber nicht zum Missbrauch bei allen anderen Beschäftigungsverhältnissen führen. Die von Gleitmann erwähnten Vorteile für alle Mitarbeiter seien jedenfalls weit und breit nicht zu erkennen.
"Mit Erleichterungen bei der Lohnverrechnung kann die Wirtschaft diesen Raubzug an den Mitarbeitern jedenfalls nicht begründen", meint die diplomierte Steuer-Sachbearbeiterin Gaby Tamandl verärgert.

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