10 Jahre Wirtschaftspartnerschaften

Mehr als 100 innovative Geschäftsideen für Entwicklung

Wien (OTS) -

  • Wissen, Kontakte und bisher 23 Millionen Euro für Österreichs Wirtschaft
  • Seit zehn Jahren kooperieren 120 Unternehmen bei Projekten mit entwicklungspolitischem Mehrwert auf vier Kontinenten mit der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.
  • 2014 stehen bis zu 7 Millionen Euro für Wirtschaftspartnerschaften zur Verfügung.
  • Das bedeutet: Weniger Risiko für Unternehmen auf dem Weg in neue Märkte und mehr gerechte Arbeit und faires Einkommen, gestärkte Bildungsinstitutionen, besserer Umweltschutz und soziale Standards sowie die Achtung von Menschenrechten in den Partnerländern.

Bereits seit zehn Jahren fördert die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit mit dem Programm Wirtschaftspartnerschaften unternehmerisches Engagement mit entwicklungspolitischem Mehrwert in Entwicklungs- und Schwellenländern. 120 Unternehmensprojekte wurden bisher von der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, - seit zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der Oesterreichischen Entwicklungsbank (OeEB) - mit Wissen, Kontakten und insgesamt rund 23 Millionen Euro unterstützt.

"Die Wirtschaft ist für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit ein starker Partner. Denn Österreichs Unternehmen sind bereit, Kapital, Managementexpertise, technisches Know-how und innovative Ideen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südost- und Osteuropa einzusetzen. Wir bringen jahrelange entwicklungspolitische Expertise ein. Beides wird gebraucht - im Kampf gegen Armut und für ein besseres Leben vieler Menschen", sagt Martin Ledolter, Geschäftsführer der ADA. Bei Wirtschaftspartnerschaften übernehmen ADA und OeEB 50 Prozent der Projektkosten bis zu einer Höhe von 200.000 Euro, in besonderen Fällen bis zu 500.000 Euro. "Seit Bestehen der ADA wurden 120 Unternehmensprojekte durchgeführt oder auf den Weg gebracht. Diese verteilen sich auf 37 Länder auf vier Kontinenten", so Ledolter.

"Den Aufbau der Privatwirtschaft in Entwicklungsländern zu unterstützen, ist auch erklärtes Ziel der Oesterreichischen Entwicklungsbank", sagt Michael Wancata, Mitglied des Vorstandes der OeEB. "Gleichzeitig ebnen wir den Weg für österreichische Unternehmen in neue Märkte." Als bewährtes Modell ergänzen Wirtschaftspartnerschaften das Aufgabengebiet der OeEB seit 2012. Neben zusätzlichen Mitteln, die über das Finanzministerium bereitgestellt werden, bringt die OeEB ihre Kompetenz als Entwicklungsfinanzierer ein. "Für die OeEB ist eine lebendige Wirtschaft ein bedeutender Faktor für Entwicklung. Die enge Zusammenarbeit mit der ADA setzt positive Impulse."

Gemeinsam mehr zusammenbringen

"Allein durch jene 27 Wirtschaftspartnerschaften, die seit 2012 starteten, werden in Ländern des Südens und Ostens 900 Arbeitsplätze geschaffen und 350.000 Menschen profitieren", so Ledolter. Aufgrund der durchschnittlichen Dauer von drei bis vier Jahren laufen derzeit 41 Projekte.

Wie wirken Wirtschaftspartnerschaften?

- Gemeinsam mit der Wirtschaft gelingt es, in nahezu allen Projekten Menschen für neue Jobs zu qualifizieren, ein faires Einkommen zu sichern und Spill-over-Effekte zu schaffen. Berufliche Bildung ist ein Thema in 28 Prozent aller Wirtschaftspartnerschaften. Einerseits werden österreichische Bildungsanbieter auf ihrem Weg ins Ausland begleitet, andererseits finden auslandsaktive Industrieunternehmen, die sich für bessere Bildung - v. a. Berufsbildung - engagieren, die richtige Unterstützung. Beispielsweise wurde von Fronius und Böhler-Uddeholm eine Fachkräfteakademie für SchweißerInnen in Südafrika gegründet. Das kommt der gesamten Branche im Land zugute.

- Wirtschaftspartnerschaften sichern die Einhaltung internationaler Umwelt- und Qualitätsstandards: Der niederösterreichische Biopionier Adamah-Biohof unterstützt einen Partner in Nepal, um Kaffeebohnen nach strengen Demeter-Standards zu produzieren. Agrana sorgt bei 28 Partnerunternehmen in der Erdbeerproduktion in Mexiko für nachhaltige Umwelt- und Qualitätsstandards.

- Ein Fünftel der Wirtschaftspartner kommt aus dem Bereich Energie- und Umwelttechnologie. Sie bringen Wissen und Kompetenzen ein und erschließen neue Märkte in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ein großes Augenmerk liegt auf der lokalen Wertschöpfung. Beispielsweise entwickelt eine Gruppe österreichischer Unternehmen den ägyptischen Markt für Solarthermie zusammen mit ägyptischen Partnern.

- Der österreichische Handel und die Nahrungsmittelindustrie investieren stark in den lokalen Anbau und die Produktion von Lebensmitteln und Gütern. In der Regel geht es um den Aufbau nachhaltiger Lieferketten, die Arbeit und Einkommen für die Menschen ermöglichen. Ein Viertel der Wirtschaftspartnerschaften unterstützt die lokale Land- und Forstwirtschaft und schafft Zukunftsperspektiven für BäuerInnen und ProduzentInnen. Das ist erfreulich, denn ländliche Entwicklung ist einer der Schwerpunkte der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

- In 61 Prozent der Projekte sind lokale Regierungen und öffentliche Institutionen in den Partnerländern involviert. Denn letztlich helfen funktionierende Institutionen, den Projekterfolg nachhaltig zu sichern.

Vorteile für Österreichs Wirtschaft

"Mehr als drei Viertel unserer Partner sind KMU. 23 Prozent der Wirtschaftspartnerschaften erfolgen mit Großunternehmen. 83 Prozent der Firmen kommen aus Österreich", umfasst Ledolter die Zielgruppe des Förderprogramms.

"Wir haben erstmals vor zehn Jahren ein Erfolgsprojekt in Indien mit der ADA umgesetzt. Derzeit sind wir mit einem Joint Venture mit der Moldova-Fruct Association in Moldau aktiv", sagt Gottfried Pessl, Geschäftsführer der Pessl Instruments GmbH, steirischer Experte für Monitoringsysteme in der Landwirtschaft. Fruchtbare Böden machen Obst, Wein und Gemüse zu den Hauptexportprodukten der ehemaligen Sowjetrepublik. Mit Wetterstationen und Messgeräten für Wasserstände und Bodenfeuchte von Pessl sollen Frost und Hitze vorhergesagt werden. Damit werden Ernteschäden vermieden, die Umwelt geschont und mehr als 250.000 BäuerInnen unterstützt. Die Messgeräte stehen auch landwirtschaftlichen Schulen und Universitäten zur Verfügung.

"Wirtschaftspartnerschaften mindern unser Unternehmensrisiko, nicht nur durch die finanziellen Zuschüsse. Die ADA ist für uns ein kompetenter Berater, kennt die Märkte und ist gut mit EntscheidungsträgerInnen wie Regierungen, Bildungsinstitutionen oder der lokalen Nichtregierungsszene vernetzt. Für uns die Eintrittskarte in neue Märkte", so Pessl über die Vorteile des Programms.

Fotos zum Medienfrühstück unter
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5115

Rückfragen & Kontakt:

Austrian Development Agency (ADA),
die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Doris Gebru-Zeilermayr
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
doris.gebru-zeilermayr@ada.gv.at
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