Das Kunsthistorische Museum zeigt Ansichtssache #8: Marinus van Reymerswales "Gleichnis vom Untreuen Verwalter"

Außergewöhnlicher Einblick in die Gemäldegalerie von 21.2. bis 18.5.2014

Wien (OTS) - Mit den "Ansichtssachen" hat die Gemäldegalerie im Jahr 2012 eine neue Ausstellungsreihe ins Leben gerufen. Im Fokus steht dabei jeweils ein außergewöhnliches Bild der Sammlung, das aus Platzgründen nur selten gezeigt werden kann oder das durch jüngere Forschungsergebnisse zu einer erneuten Betrachtung einlädt.

Als Ansichtssache #8 steht mit Marinus van Reymerswales "Gleichnis vom Untreuen Verwalter" ein Gemälde mit zeitloser Aussage im Fokus. Ein reicher Mann stellt seinen Verwalter zur Rede, er habe sein Vermögen veruntreut und könne ihn daher nicht länger vertreten. Im Bewusstsein, dass er zu schwerer Arbeit nicht tauge und zum Betteln zu stolz sei, erlässt der Verwalter daraufhin mehreren Schuldnern seines Herren Teile ihrer Schulden, um sich mit ihnen gut zu stellen und für seine Zukunft vorzubauen.

Der Darstellung liegt das Gleichnis vom Untreuen Verwalter aus dem Evangelium nach Lukas zugrunde, dessen Aussage darin besteht, dass niemand zwei Herren dienen könne, man müsse sich entscheiden zwischen Gott und dem Geld. Entsprechend richtet der Verwalter in Marinus van Reymerswales Gemälde seinen Zeigefinger zum Himmel, während der reiche Mann, auf dessen Wohlstand seine kostbaren Gewänder, insbesondere die eindrucksvolle Kopfbedeckung, sowie sein goldener Siegelring verweisen, mit seiner Rechten auf die vor ihm liegenden Geldstücke zeigt.

Das Bild wendet sich damit wie zahlreiche weitere Werke Marinus van Reymerswales gegen die Habgier der Menschen - und befasst sich daher mit einem Thema, dem (leider) auch ein halbes Jahrtausend später ungebrochene Aktualität zukommt.

Zu sehen von 21. Februar bis 18. Mai 2014 in der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums.

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