Mineralölindustrie: Kraftstoffverbrauch insgesamt höher als 2013

Rückgang bei Benzin um 4,3 %, Anstieg bei Diesel um 3,6 % - Margen weiterhin niedrig

Wien (OTS) -

Diese Meldung wurde korrigiert Neufassung in Meldung OTS0162 vom 20.02

Im vergangenen Jahr betrug der Verbrauch von Benzin und
Diesel in Österreich an die 8 Millionen Tonnen. Umgerechnet in Liter waren dies circa 9,7 Milliarden Liter Kraftstoff (inkl. Bioanteile), die sich auf knapp 2,2 Milliarden Liter Benzin und etwa 7,5 Milliarden Liter Diesel aufteilten. 2011 und 2012 waren es jeweils rund 9,5 Milliarden Liter. Bei Benzin ergibt die Markteinschätzung der Mineralölindustrie im Jahresvergleich einen Rückgang um 4,3 %, bei Diesel hingegen einen Anstieg um 3,6 %. Der Verkauf von Heizöl Extraleicht (HEL) erhöhte sich 2013 um 1,4 % gegenüber dem Vorjahr.

Dank einer leicht besseren wirtschaftlichen Entwicklung stieg der Dieselverbrauch im abgelaufenen Jahr wieder etwas an. Beim Absatz von Ottokraftstoff hat sich der rückläufige Trend der vergangenen Jahre hingegen auch 2013 fortgesetzt. Wurden vor zehn Jahren noch 2,2 Millionen Tonnen Benzin am österreichischen Markt abgesetzt, so waren es 2013 etwa 1,65 Millionen Tonnen. Bei Diesel hingegen ist der Jahresverbrauch mit über 6,3 Millionen Tonnen nahezu wieder auf das Spitzenniveau von 2007 gestiegen.

"Beim Benzinverbrauch setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Der Absatz war so wie in den Jahren zuvor auch 2013 weiterhin rückläufig. Dieser Umstand ist auf energieeffizientere Motorentechnik und auf weniger zurückgelegte Kilometer pro Benzin-PKW zurück zu führen", so Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbands der Mineralölindustrie (FVMI). "Der Anstieg des Dieselverbrauchs ergibt sich insbesondere im gewerblichen Bereich aus der relativ stabilen Konjunktur. Wichtige Branchen sind die Transport-, Bau- und Landwirtschaft sowie die öffentliche Hand, die im Großkundengeschäft (Anteil: ca. 43 % vom Gesamtabsatz, 57 % über Tankstellen) Dieselkraftstoff nachfragen. Darüber hinaus ist der Anteil an Dieselmotoren bei Personenkraftwagen in Österreich vergleichsweise hoch", ergänzt Capek.

Heizölverkauf steigt, Flugturbinenkraftstoff sinkt

Der Absatz an Heizöl Extra Leicht (HEL) ist im Vorjahr um 1,4 % auf 1,5 Milliarden Liter gestiegen. "Das ist vor allem mit der kalten ersten Jahreshälfte 2013 zu erklären. Hinzu kommt, dass viele Haushalte die relativ günstigen Preise genutzt haben, um ihre Heizöltanks aufzufüllen", meint Capek. Weiterhin im Sinken begriffen ist der Verbrauch von Flugturbinenkraftstoff. Wurden 2012 noch 690.000 Tonnen verkauft, so waren es 2013 nur noch 655.000 Tonnen (minus 4,6 %).

Geringes Margenniveau erschwert wirtschaftlichen Tankstellenbetrieb

Die vom deutschen Energie-Informationsdienst (EID) in Auftrag gegebene aktuelle Studie von Wood Mackenzie für das Jahr 2013 hat neuerlich bestätigt: Österreichs Tankstellenmargen gehören im Europavergleich weiterhin zu den Schlusslichtern. In kaum einem anderen Land lässt sich mit dem Verkauf von Kraftstoffen so wenig verdienen wie in Österreich.

Die aktuell publizierten Ergebnisse zeigen, dass Österreich - wie in den Jahren zuvor - auch 2013 am Ende der Skala der 16 erfassten europäischen Länder steht. Bei Benzin belegt Österreich mit einer durchschnittlichen Brutto-Marge von 9,48 Cent/l den 15. Platz, dahinter liegt nur Großbritannien. Die Brutto-Marge für Diesel lag 2013 bei 10,07 Cent/I. Damit reicht es für den 14. Platz, vor Großbritannien und Frankreich. Spitzenreiter sind einmal mehr Norwegen und die Schweiz mit Brutto-Tankstellenmargen von etwa 18 bis 24 Cent pro Liter.

Die errechneten Brutto-Tankstellenmargen stellen nicht den Gewinn für die Tankstellenunternehmen dar. Mit den ausgewiesenen Margen müssen vielmehr sämtliche Kosten für Transport, Investitionen in Tankstellen, Betrieb und Instandhaltung der Tankstellen, Bestandszins und Pächterprovisionen abgedeckt werden. Letztlich bleibt den Tankstellenunternehmen in Österreich auf das Jahr gerechnet pro verkauftem Liter Kraftstoff etwa 1 Cent übrig.

Hinweis: Die FVMI-Verbrauchseinschätzung umfasst das Gesamtjahr 2013. Die Angaben aus der Erdöl-Verbrauchsstatistik des Wirtschaftsministeriums liegen derzeit bis inkl. Oktober 2013 vor.

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren (midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

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