Leichter lernen in der Muttersprache

Wien (OTS) - Weltweit gehen 57 Millionen Kinder nicht zur Schule. Laut UNESCO ist ein Grund dafür das fehlende Unterrichtsangebot in der Muttersprache. In Burkina Faso fördert die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit ein Programm für die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in ihrer Muttersprache und mit viel Praxisbezug.

Weltweit sprechen etwa 221 Millionen Kinder zu Hause eine andere Sprache als in der Schule und sind dadurch oft benachteiligt. Muttersprachlicher Unterricht ebnet den Weg zu mehr Chancengleichheit und ist nicht zuletzt daher auch einer der Ansätze, den die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit in Bildungsprogrammen verfolgt.

"Viele Familien in Burkina Faso können das Schulgeld nur schwer aufbringen oder brauchen die Arbeitskraft ihrer Kinder zu Hause. Dass der Unterricht in Französisch abgehalten wird, verursacht zusätzlich Skepsis", erklärt Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache am 21. Februar.

Burkina Faso: Ausbildung orientiert an lokalen Bedürfnissen

Für rund 300 Jugendliche in Burkina Faso hat sich die Perspektive bereits geändert: Die Ausbildung in der Muttersprache steht im Mittelpunkt des Programms EFORD (Education et Formation pour un Développement Endogène), das von Österreich, Dänemark und der Schweiz unterstützt wird. In Kooperation mit dem burkinischen Bildungsministerium sind in entlegenen Regionen zwei Bildungszentren entstanden, die jungen Menschen das Nachholen einer Basisbildung und eine praxisorientierte Ausbildung für landwirtschaftliche Berufe ermöglichen. Die Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien wurden in sechs der insgesamt 60 Sprachen Burkina Fasos erstellt. Französisch wird als Zweitsprache gelehrt. Die Geschichten und Alltagssituationen in den Schulbüchern spiegeln das Leben in der Region wider. "In ihrer Muttersprache lernen Kinder und Jugendliche leichter und schneller. Mithilfe des speziell erarbeiteten Unterrichtsmaterials können sie sich auch besser mit den Lehrinhalten identifizieren, und die Eltern haben Vertrauen in die Schulen als Orte der Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Werten", so Martin Ledolter.

Gute Berufsaussichten

Seit dem Projektstart 2006 stellte die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit 5,5 Millionen Euro für EFORD zur Verfügung. Derzeit befinden sich 150 Jugendliche in Ausbildung. Mit ihrer Allgemeinbildung und dem Wissen über Viehzucht, Landwirtschaft, Gartenbau und Pflanzenheilkunde und zusätzlicher finanzieller Unterstützung haben sie gute Chancen, einen Job zu finden, eigene Betriebe gründen oder Projekte durchführen zu können. Von bisher 140 AbsolventInnen traten mehr als 50 bereits kurze Zeit nach ihrem Abschluss ins Berufsleben ein.

Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung. Das Außenministerium plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

Rückfragen & Kontakt:

Austrian Development Agency (ADA),
die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Doris Gebru-Zeilermayr
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
doris.gebru-zeilermayr@ada.gv.at
www.entwicklung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TRI0001