Neues Volksblatt: "Frage des Zeitpunkts" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 18. Februar 2014

Linz (OTS) - Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt ist eine schwierige - egal ob es sich um das Pflanzen von Salat oder um die Einsetzung eines U-Ausschusses geht.
Bei einem Autounfall ist die Handlungskette klar: Die Unfallstelle wird gesichert, damit nicht noch mehr passiert, mögliche Verletzte werden geborgen und versorgt, zum Schluss wird die Unfallstelle geräumt, damit der Verkehr wieder fließen kann. Erst dann beginnt die Aufarbeitung: In der Werkstatt werden die kaputten Autos hergerichtet und vor Gericht wird die juristische Verantwortung geklärt.
Auch bei diesem Finanzunfall wurde so gehandelt: Das Finanzsystem in Österreich scheint mittlerweile gesichert, die Unfallstelle ist geräumt. Auch die Aufarbeitung hat bereits begonnen: Zumindest ein Spitzenmanager sitzt bereits im Gefängnis, Teile des Unternehmens sind auch schon verkauft. Ob man den Rest besser verkaufen kann, wenn gleichzeitig ein U-Ausschuss alle Interna an die Öffentlichkeit bringt, darf bezweifelt werden. Auch hat sich die Gleichzeitigkeit von Gerichtsprozessen und U-Ausschuss nicht bewährt.
Wobei viele Fragen offen sind - unter anderem, warum diese Bank derzeit 28 Posten ausgeschrieben hat, vom Ferialpraktikanten bis zum Vermögensverwalter. Und manche Fragen wird nur ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss beantworten können - aber auf den Zeitpunkt kommt es an.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001