Euthanasie für Kinder: Scharfe Kritik von Bischof Küng

86 der Abgeordneten stimmten für, 44 gegen die Vorlage, 12 Abgeordnete enthielten sich

Brüssel-Wien, 13.02.14 (KAP) Scharfe Kritik an der Zustimmung der belgischen Abgeordnetenkammer zur gesetzlichen Freigabe von aktiver Sterbehilfe für Minderjährige hat Bischof Klaus Küng geübt. "Heute ist ein Tag, an dem man nur tieftraurig sein kann", kommentierte der in der österreichischen Bischofskonferenz für Familien- und Lebensschutz-Fragen zuständige St. Pöltner Bischof.

"Leider wird dieses Gesetz den Druck auf leidende Kinder, ihre Eltern und die Ärzte erhöhen, sich für den Tod zu entscheiden", zeigte sich Küng in seiner Stellungnahme gegenüber "Kathpress" überzeugt. Zugleich sei er überzeugt, dass der belgische Schritt "unheilvolle Signalwirkung für Europa und die Welt" haben werde. "Ich kann nur mit Kardinal König wiederholen: ein Mensch, schon gar ein Kind, kann an der Hand, aber niemals, niemals durch die Hand eines anderen Menschen sterben."

Belgiens Abgeordnetenkammer hat am Donnerstag über die gesetzliche Freigabe von aktiver Sterbehilfe für Minderjährige abgestimmt. 86 der Abgeordneten stimmten für, 44 gegen die Vorlage, 12 Abgeordnete enthielten sich. Beobachter rechneten angesichts der Mehrheitsverhältnisse seit langem mit einer Zustimmung. Der Senat hatte das Vorhaben bereits Ende 2013 gebilligt; der Justizausschuss der Kammer schloss sich an. Belgien ist weltweit das erste Land, das für aktive Sterbehilfe keine Altersgrenze mehr vorgibt. In den Niederlanden ist bislang Tötung auf Verlangen für über 12-Jährige sowie für unheilbar kranke Neugeborene erlaubt.

Zahlreiche Bischöfe und Bischofskonferenzen - darunter die österreichische - hatten im Vorfeld der Abstimmung vor einer Banalisierung des Todes gewarnt. Der Fall eines sterbewilligen Minderjährigen könnte als "normal" erscheinen, sobald eine bestimmte Krankheit oder Behinderung erst einmal allgemein als "unannehmbar" gelte, so die belgischen Bischöfe.

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