• 13.02.2014, 17:45:12
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NR-Präsidentin Prammer trifft afghanischen Amtskollegen Ibrahimi

Ibrahimi: Afghanistan nimmt Frauen- und Kinderrechte sehr ernst

Utl.: Ibrahimi: Afghanistan nimmt Frauen- und Kinderrechte sehr
ernst =

Wien (PK) - Die aktuelle Lage in Afghanistan und der Ausbau der
bilateralen Beziehungen standen heute im Mittelpunkt eines Treffens
von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer mit ihrem afghanischen
Amtskollegen Abdul Rauf Ibrahimi im Parlament. Ibrahimi berichtete
unter anderem über die Erfolge, die Afghanistan seit 2001 im Bereich
des Bildungs- und des Gesundheitswesens erzielen konnte, und hob die
Bedeutung internationaler Hilfe für sein Land hervor. Österreich habe
sich nach Ende des Krieges von Anfang an an verschiedenen
Entwicklungsprojekten beteiligt, äußerte er sich erfreut. Für die
Zukunft hofft Ibrahimi auf eine stärkere wirtschaftliche
Zusammenarbeit, zudem sollen nach Übereinkunft von Prammer und
Ibrahimi die parlamentarischen Kontakte zwischen beiden Ländern
ausgebaut werden.

Von Prammer auf das globale Phänomen der verbreiteten Gewalt gegen
Frauen angesprochen, versicherte Ibrahimi, dass Afghanistan Frauen-
und Kinderrechte sehr ernst nehme. Frauen spielten in allen
gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle und würden auch in
den Aufbau der Sicherheitskräfte miteinbezogen. Der Frauenanteil im
afghanischen Parlament beträgt ihm zufolge 28 %. Nach der derzeitigen
Pause werde sich das Parlament auch intensiv mit einem Gesetz gegen
Gewalt an Frauen befassen. Von Prammer mit der Besorgnis
konfrontiert, neue Bestimmungen in der Strafprozessordnung betreffend
Zeugenaussagen bei innerfamiliärer Gewalt könnten sich negativ auf
die Frauen auswirken, sagte Ibrahimi zu, sich das Gesetz nochmals
genau anzuschauen.

Im Bildungssystem seien Mädchen und Buben laut Ibrahimi
gleichgestellt. Wie er berichtete, ist es gelungen, die Zahl der
Schülerinnen und Schüler von einer Million nach Ende des Krieges auf
acht Millionen zu erhöhen. Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der
StudentInnen von 20.000 auf 130.000 angestiegen. Ibrahimi räumte aber
ein, dass sein Land weiter vor großen Herausforderungen stehe und
dabei auch auf internationale Unterstützung angewiesen sei. Vor allem
der Terrorismus, mit dem die Bevölkerung täglich konfrontiert sei,
bereitet ihm große Sorgen. Was die Etablierung der Demokratie
anbelangt, sieht Ibrahimi Afghanistan auf gutem Weg, er verwies in
diesem Zusammenhang auch auf die bevorstehenden Präsidenten- und
Regionalwahlen. Die nächsten Parlamentswahlen werden 2015
stattfinden.

In Bezug auf den Ausbau der wirtschaftlichen Kontakte lud Ibrahimi
österreichische Unternehmen ein, sich am Abbau der aufgrund des
Krieges vielfach noch unberührten Bodenschätze zu beteiligen.

Nationalratspräsidentin Prammer wies darauf hin, dass Österreich, was
den Kampf gegen Gewalt an Frauen und Kindern betrifft, Vorreiter sei.
Auch bei der Bekämpfung des Terrorismus gelte es, Frauen und Kindern
besonderes Augenmerk zu schenken, betonte sie. Ausdrücklich
hervorgehoben wurde von Prammer auch die Beteiligung Österreichs an
der internationalen Friedensmission des Militärs und der Polizei in
Afghanistan. Sie rief überdies das frühere Bestehen einer
österreichischen Musikschule in Kabul in Erinnerung.

Lampel äußert Zuversicht für weiteren Weg Afghanistans

Im Anschluss an den Gedankenaustausch mit Prammer traf Ibrahimi mit
Bundesratspräsidenten Michael Lampel zusammen. Auch in diesem
Gespräch bekräftige Ibrahimi - trotz positiver Entwicklung
Afghanistans - die Notwendigkeit einer weiteren Unterstützung von
Seiten der internationalen Staatengemeinschaft. "Wir brauchen die
Stärke und Stabilität dieser Beziehungen auch in Zukunft",
unterstrich er im Hinblick auf die bevorstehende vollständige
Übergabe der Sicherheitsverantwortung auf die afghanischen nationalen
Sicherheitskräfte.

Lampel bekundete seine Überzeugung, dass Afghanistan den schwierigen
Weg, den es bisher gegangen sei, mit der Unterstützung seiner
internationalen Freunde auch weiterhin positiv gehen könne. Nicht
zuletzt auch ein engagiertes Parlament, wie es bereits existiere,
könne dazu beitragen, dass die Stabilität in Afghanistan langfristig
erreicht werden könne, sagte Lampel. (Schluss) stein/keg

HINWEIS: Fotos vom Besuch finden Sie im Fotoalbum auf
www.parlament.gv.at.

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