GdG-KMSfB-Kattnig: Nur schöne Worte in Katar

Inhaltlose Zugeständnisse bringen keine Verbesserungen für Arbeiter

Wien (OTS/ÖGB) - "Die angekündigten Sanktionen für ausbeuterische Baufirmen sind lediglich schöne Versprechungen ohne echten Inhalt. In Katar hat sich nichts geändert, die WM 2022 droht weiter zu einem blutigen Spiel zu werden", erklärte heute, Donnerstag, Thomas Kattnig, Internationaler Sekretär der GdG-KMSfB (Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe) und Mitglied des EWSA (Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss). Anlass war die heutige Diskussion im Europäischen Parlament über die Situation ausländischer Arbeiter in Katar.++++

"Die Veranstalter der WM 2022 haben offenbar nicht vor, die Rahmenbedingungen in Katar in irgendeinem Punkt zu verbessern. Das Kaffala-System, das Arbeiter de facto zu rechtelosen Arbeitssklaven macht, wird mit keinem Wort in Frage gestellt. Gewerkschaften und Tarifverträge werden nicht zugelassen, die Arbeitsbedingungen bleiben katastrophal", stellte Kattnig klar.

Im Rahmen der Anhörung im EU-Parlament hatte auch FIFA-Funktionär Theo Zwanziger erneut auf Verbesserungen für ausländische Arbeiter im umstrittenen WM-Gastgeberland gedrängt. Das Land Katar müsse bei seinen Investitionen in Beton zunächst einmal die Frage stellen, wie wirkt sich das auf die Menschen aus, die diesen Beton verarbeiten müssen. Kattnig: "Ich begrüße die Position Zwanzigers wonach die FIFA sich ihrer Verantwortung bewusst ist, dieser auch gerecht werden möchte und sich daran messen lässt. Katar ist ein Sklavenstaat des 21. Jahrhunderts. Beschäftigte, die von Arbeitsvermittlern über ihren Lohn oder Job getäuscht werden, sind Opfer von Zwangsarbeit, die nach internationalen Regeln verboten ist."

Katar muss nun endlich echte Taten setzen. "Dazu gehören die Umsetzung der Kernarbeitsnormen, die Zulassung von Gewerkschaften, Kollektivvertäge, Maßnahmen für Sicherheit- und Gesundheitsschutz und die Abkehr vom Kafalla-System", sagte Kattnig.

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