Leichtfried/Kattnig: Menschenrechte im Vorfeld der Fußball-WM 2022 in Katar sicherstellen

SPÖ-EU-Delegationsleiter und Gewerkschafter fordern substanzielle Verbesserungen für WanderarbeitnehmerInnen

Wien (OTS/SK) - Das Europäische Parlament hat heute Vormittag im Unterausschuss Menschenrechte eine Anhörung zu Sport- und Menschenrechten mit Schwerpunkt auf der Lage von WanderarbeitnehmerInnen in Katar abgehalten. SPÖ-EU-Delegationsleiter Jörg Leichtfried, Mitglied im Menschenrechtsausschuss des EU-Parlaments, macht klar: "In Vorbereitung auf die Fußball-WM 2022 im Emirat Katar müssen wir darauf drängen, dass sozial- und arbeitsrechtliche Mindeststandards eingehalten werden. Es ist völlig inakzeptabel, dass dort Menschen unter sklavenartigen Bedingungen für Aufgaben herangezogen werden. Die Europäische Union soll daher die Fußballweltmeisterschaft in acht Jahren als Chance nutzen, substanzielle Verbesserungen zu erreichen. Außerdem müssen wir auch eine klare Trennlinie ziehen, was das Engagement von Sponsoren unter diesen Bedingungen angeht." Überstunden in der brütenden Hitze bis hin zu Zusammenbrüchen, sexuellen Übergriffen, schmutzigen und überfüllten Unterkünften zählen zur Arbeits- und Lebensrealität von WanderarbeiternehmerInnen in Katar. ****

"Katar ist ein Sklavenstaat des 21. Jahrhunderts. Beschäftigte, die von Arbeitsvermittlern über ihren Lohn oder Job getäuscht werden, sind Opfer von Zwangsarbeit, die nach internationalen Regeln verboten ist", erklärt Thomas Kattnig, Internationaler Sekretär der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB), die auch die Fußballer-Gewerkschaft Österreichs vertritt. "Es gibt in Katar keine gewerkschaftlichen Rechte, keine Tarifverhandlungen und schreckliche Arbeits- und Lebensbedingungen für die Arbeiter". Die GdG-KMSfB sieht den Kurswechsel des Weltfußballverbands FIFA, wonach sie durchaus ihre Verantwortung in Sachen Arbeitsbedingungen in Katar erkennt, sehr positiv. Jetzt müssen rasch Maßnahmen gesetzt werden. Ohne den Fall des Kaffala-Systems und die Umsetzung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) dürfe die Fußball-WM in Katar nicht stattfinden. (Schluss) bj/mp

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