Walser zu Neuer Mittelschule: Der bildungspolitische Blindflug muss beendet werden

Grüne fordern sofortige Evaluierung der NMS - nicht erst 2015

Wien (OTS) - Mit großen Hoffnungen haben engagierte Lehrerinnen und Lehrer sowie die Eltern und vor allem die Kinder das Projekt Neue Mittelschule (NMS) begonnen. 2007 hat die SPÖ versprochen, dass es sich um "Modellversuche zur gemeinsamen Schule der 10-14-Jährigen" handelt. "Das ist sogar noch heute auf der Homepage des Bildungsministeriums nachlesbar. Dort heißt es immer noch: Nach vier Jahren, also im Jahr 2013, wird zuerst einmal evaluiert. Wortwörtlich: "Die Modellprojekte werden auf Basis der bundesweiten Kriterien des Bundesinstituts für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des Bildungswesens (Bifie) wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Gekommen ist alles natürlich ganz anders", ärgert sich der Grüne Bildungssprecher, Harald Walser.

"Schon vor (!) Abschluss der ersten Modellversuche wurde im Frühjahr 2012 beschlossen, die NMS zur Regelschule zu machen - gegen den Widerstand von uns Grünen. Die ernüchternden Ergebnisse der Standards-Testungen und die Rückmeldungen engagierter Lehrkräfte aus der NMS bestätigen nun leider meine damaligen Befürchtungen. Deshalb braucht es ein Ende des bildungspolitischen Blindflugs und eine sofortige Evaluierung der NMS", sagt Walser.

Ministerin Heinisch-Hosek hingegen sieht die Sache weniger dramatisch, spricht nur von "Kinderkrankheiten" und kündigt die Evaluierung erst für Mai 2015 an.

"Ich erinnere an das Ergebnis der Rechnungshof-Überprüfung, die ein vernichtendes Urteil über die NMS mit sich gebracht hat. Die NMS sei "entgegen der gesetzlichen Vorgabe, zur verpflichtenden wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation der NMS-Modellversuche im Regelschulwesen" eingeführt worden. Eine zentrale Entscheidungsgrundlage für diese wichtige bildungspolitische Maßnahme mit weitreichenden finanziellen Auswirkungen lag nicht vor", sagt Walser und ergänzt: "Laut Rechnungshof belaufen sich die Kosten für Lehrkräfte pro SchülerIn in Österreich in der NMS auf 7.180 Euro, in der Hauptschule auf 6.557 Euro und in der AHS auf 4.698 Euro. Wohin verschwindet denn das Geld? Das werden sich auch die Lehrkräfte an den Pflichtschulen fragen. An ihrer Bezahlung liegt es sicher nicht."

Der Rechnungshof gibt eine Vielzahl von Antworten, die allesamt auf eines hinauslaufen: Überbordende Bürokratie und nutzlose Propaganda. "Reicht das? Mir schon. Der bildungspolitische Blindflug muss beendet werden!", meint Walser abschließend.

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