Ö1-Wirtschaftsmagazin "Saldo" am 14.2.: Prostitution in Österreich

Wien (OTS) - "Halbwelt, Doppelmoral, einfache Arbeit?!" - für "Saldo - das Wirtschaftsmagazin" haben Birgit Pointner und Manuel Marold mit Menschen gesprochen, die durch und mit Prostitution Geld verdienen -zu hören am Freitag, den 14.2. um 9.44 Uhr in Österreich 1.

Birgit Pointner und Manuel Marold haben die Polizei bei einem Kontrollgang begleitet, einen Bordell-Besitzer am Nachmittag besucht, während sein Lokal geputzt wurde, sich von einer Wienerin erzählen lassen, warum sie seit elf Jahren im Escort-Service arbeitet und einen Laufhaus-Betreiber gefragt, welche Frauen bei ihm arbeiten und welche Männer ihre Dienste in Anspruch nehmen.

Die Recherchen, Interviews und Lokal-Augenschein-Besuche geben Einblicke in einen Bereich, über den es wenig gesicherte Informationen gibt. Es gibt keine detaillierte Statistik, keine Geschäftsberichte, keine Kundenanalysen, keine offizielle Interessensvertretung. Prostitution befindet sich im Spannungsfeld zwischen Politik, Ethik und Moral. Die Diskussionen darüber werden meist höchst emotional geführt, wie die jüngsten Debatten in Deutschland und Frankreich zeigen.

In Österreich ist Prostitution grundsätzlich erlaubt, jede Prostituierte muss sich registrieren lassen. Österreichweit sind das mehr als 6.000 Menschen, die mit Sexarbeit Geld verdienen, rund 3.700 davon in Wien. Die Mehrheit der Frauen kommt aus Osteuropa, als Hauptmotivation gilt der Wunsch, Geld zu verdienen. Konkrete Zahlen über Schwarzarbeit in dieser Branche und über Menschenhandel gibt es nicht.

Prostitution zu verbieten, wie es in anderen Ländern wie etwa Schweden gemacht wurde, halten Expert/innen in Österreich für den falschen Weg, sie halten strenge Kontrollen und Reglementierung für besser. Diese sind allerdings nicht einheitlich und dementsprechend kompliziert: Angestellt sein dürfen Prostituierte nicht, sie arbeiten als Selbständige und müssen sich selbst versichern. Jedes Bundesland hat eigene Regeln, etwa in der Frage der Genehmigung von Prostitutions-Lokalen. Rechtlich ist Sexarbeit eine normale Arbeit, allerdings keine Arbeit wie jede andere auch.

Rückfragen & Kontakt:

ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Eva Krepelka
Tel.: 01/50101/18175
eva.krepelka@orf.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HOA0001