Neues Volksblatt: "In die Verfassung!" von Manfred Maurer

Ausgabe vom 13. Februar 2014

Linz (OTS) - Es kommt einem das Gruseln. Wie auch immer die Entscheidung des belgischen Parlamentes heute ausfallen wird, allein die Tatsache, dass die Tötung schwerstkranker Minderjähriger für viele Politiker offenbar eine wünschenswerte Option ist, jagt einem kalte Schauer über den Rücken (siehe Bericht auf Seite 5). Daran ändert auch nichts, dass die Sterbehilfe-Befürworter von humanen Beweggründen getrieben sind. Das sind ja keine Unmenschen, die aus eiskaltem Kalkül "lebensunwertes Leben" entsorgen lassen wollen. Vielmehr wollen sie Leiden beenden, also den Leidenden Gutes tun. Es fällt tatsächlich schwer, im Angesicht konkreten Siechtums den individuellen Wunsch nach sanfter und schneller Beendigung desselben abzuschlagen. Doch die Politik ist überfordert mit dem Ansinnen, für diese individuellen Gewissensnotlagen allgemein gültige Freibriefe auszustellen. Denn aktive Sterbehilfe birgt das - vor dem Hintergrund darbender Sozial- und Gesundheitssysteme - gar nicht so kleine Restrisiko einer Pervertierung zur volkswirtschaftlich günstigen Entsorgungsmöglichkeit. Das wird ob der hehren Motive der Sterbehilfe-Lobby gern ausgeblendet. Kein Mensch kann dieses Risiko verantworten. Daher hat sich die Politik von dieser Entscheidung über Leben oder Tod anderer fernzuhalten. Und daher ist die belgische Diskussion ein weiterer Grund, um in Österreich Klarheit zu schaffen:
Mit einem Sterbehilfeverbot in der Verfassung.

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