Tiergarten Schönbrunn: Junge Giraffe LUBANGO auch bald tot?

EndZOO übt Kritik an Giraffenhaltung in Schönbrunn und fordert einen Zuchtstopp

Wien (OTS) - Nach den weltweiten Protesten an der Tötung des zweijährigen Giraffenbullen MARIUS im Zoo von Kopenhagen (Dänemark) übt die österreichische Tierschutzorganisation EndZOO heute erneut Kritik an der Giraffenhaltung im Tiergarten Schönbrunn. Nach Ansicht von EndZOO ist auch der nur sieben Monate alte LUBANGO im Tiergarten Schönbrunn ein potentieller Todeskandidat. LUBANGO ist nämlich, wie auch die anderen drei erwachsenen Giraffen in Schönbrunn, eine "Giraffe mit unbekannter Herkunft" oder eine so genannte Hybridgiraffe (Unterartenmischling) und daher vom europäischen Zuchtmanagement (EEP), genau wie Inzucht, nicht erwünscht. Zudem sind männliche Giraffen in der europäischen Zucht im Überfluss vorhanden. Auch dieser Fakt schmälert LUBANGOs Lebensaussichten nochmals erheblich.

Wie der brutale und nicht zu rechtfertigende Tötungsakt von Kopenhagen beweist, soll nach Ansicht der Zuchtkoordinatoren offenbar jede Inzucht-, Hybrid- und Giraffen mit unbekannter Herkunft so schnell wie möglich aus dem europäischen Zuchtverband ausgemerzt werden. EndZOO kann sich theoretisch gut vorstellen, das LUBANGO irgendwann einmal "plötzlich" und "unerwartet" tot im Gehege liegt oder sogar ganz offiziell getötet wird. Die Verheimlichung des Obduktionberichtes der im Juli 2011 verstorbenen Giraffe ARUSHA durch den Tiergarten lässt auch den möglichen Schluss zu, dass ARUSHAs Tod keine krankheitsbedingte Ursache hatte. Daher fordert EndZOO erneut Akteneinsicht.

Ein weiterer Kritikpunkt von EndZOO ist, dass Schönbrunn dem in Dänemark getöteten Giraffen MARIUS heute durchaus das Leben hätte retten können. Denn Schönbrunn könnte heute, wie viele andere Zoos in Europa, eine Gruppenhaltung von ausschließlich männlichen Giraffen haben, wo es für MARIUS Platz gegeben hätte. MARIUS könnte noch leben, wenn man auf die seit Jahren bestehende Forderung des EEPs, die Zucht von Hybrid auslaufen zu lassen, mit Vernunft reagiert hätte.

"Aus Sicht des Zuchtprogrames nimmt Schönbrunn mit der seit Jahren fortgeführten und ignoranten Hybrid-Giraffen-Zucht sogar den wirklich reinerbigen und bedrohten Tierarten den dringend benötigten Platz weg. Aber offensichtlich ist es dem Tiergarten wichtiger, nicht bedrohte und todgeweihte Giraffenbabys zu züchten, anstatt Vernunft walten zu lassen. Anders können wir uns die jahrelange Ignoranz der Hybridzucht nicht erklären. Jetzt muss die Öffentlichkeit Druck auf Schönbrunn ausüben und einen Zuchtstopp von außen erwirken. Es sei denn, die Wiener möchten der Schlachtung von LUBANGO beiwohnen", so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

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