WKÖ: Gemeinsames Pilotprojekt mit slowakischer Regierung zur Dualen Ausbildung

WKÖ-Vizepräsidentin Schultz und der slowakische Staatssekretär Chudoba vereinbaren enge Zusammenarbeit zur Förderung der Jugendbeschäftigung

Wien (OTS/PWK079) - Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten heute (12.2.2014) die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Martha Schultz, der Staatssekretär im slowakischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft, Stefan Chudoba, sowie der Vorstandsvorsitzende der Firma MIBA, F. Peter Mitterbauer, ein gemeinsames Projekt zur Stärkung der Dualen Berufsausbildung in der Slowakei. Im Rahmen der Pressekonferenz wurde zwischen der WKÖ und dem slowakischen Ministerium für Schulwesen, Wissenschaft, Forschung und Sport ein "Memorandum of Understanding", welches die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit zur Forcierung der Dualen Berufsbildung regelt, unterzeichnet.

In der Slowakei bestand bis zum Jahr 1989 ein funktionierendes duales Berufsausbildungssystem, das sich in Folge der politischen Veränderungen aufgelöst hatte. Unter dem Eindruck eines steigenden Fachkräftemangels - insbesondere in der betrieblichen Produktion -bei gleichzeitig hoher Jugendarbeitslosigkeit soll jetzt in der Slowakei wieder eine Duale Berufsbildung etabliert werden. Dafür werden heuer die gesetzlichen Grundlagen geschaffen bzw. angepasst und gleichzeitig ein Pilotprojekt - unterstützt vom WIFI International und der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der WKÖ sowie einigen österreichischen Firmen - im Bereich Maschinenbau/Kfz im Automobilsektor in der Region Nitra begonnen. "Im Herbst 2014 startet dazu die Ausbildung mit Pilotschulklassen in den Lehrberufen Metallbearbeiter und Metalltechnik bzw. Mechatronik. Das bislang eher rudimentäre betriebliche Praktikum wird dabei deutlich ausgeweitet und in Abstimmung mit den Fachschulen neu konzipiert. Daraufhin soll der Übergang der Schulklasse in ein neues System mit Elementen der dualen Ausbildung im September 2015 folgen", erklärte WKÖ-Vizepräsidentin Schultz.

Der Dualen Ausbildung komme wegen der hohen Jugendarbeitslosigkeit in einigen Ländern Europas immer größere Bedeutung zu, so Schultz. Österreich stehe auf Grund seines Ausbildungssystems gut da, aber in Ländern ohne Duale Berufsausbildung sieht es anders aus. Schultz:
"Der Schlüsselfaktor für Wettbewerbsfähigkeit sind gut ausgebildete Fachkräfte. Unsere Duale Ausbildung ist diesbezüglich ein Exportgut von hohem Wert geworden und wir wollen andere Länder dabei unterstützen, diese zu implementieren." Die Partnerschaft mit der Slowakei ist langfristig ausgelegt, um die Jugendbeschäftigung zu erhöhen.

Staatssekretär Chudoba betonte, dass die Slowakei viel vom österreichischen Ausbildungssystem lernen könne. Derzeit besuchen 60% der slowakischen Jugendlichen Gymnasien. Jährlich gibt es nur rund 16.000 Abgänger von technischen Fachschulen, der Bedarf der slowakischen Wirtschaft liege aber bei rund 40.000 pro Jahr. Daher sei er für die engere Kooperation und das Pilotprojekt sehr dankbar. Diesbezüglich werden heuer noch die nötigen legislativen Voraussetzungen geschaffen und ab 2015 soll ein Duales Ausbildungssystem großflächig starten. Konkret werden bei dem jetzt gestarteten Pilotprojekt in einem ersten Schritt rund 60 Lehrlinge bei österreichischen Unternehmen in der Slowakei ausgebildet werden.

Peter Mitterbauer von der Firma MIBA, die seit 1991 mit einem Produktionsstandort Dolny Kubin und seit 2007 einem zweiten in der Region Nitra vertreten ist, wies darauf hin, dass "unser Engagement bei dem Pilotprojekt auch auf 'Eigeninteresse' basiert, weil wir in unseren Standorten hochqualifizierte Mitarbeiter benötigen, diese langfristig an unser Unternehmen binden und dadurch auch unsere Standorte absichern wollen." Dafür werden die Kooperations-Fachschulen mit der nötigen Infrastruktur ausgestattet und das Lehrpersonal entsprechend geschult. MIBA hat bereits 2007 auf Eigeninitiative mit der Dualen Ausbildung in der Slowakei begonnen und bildet derzeit 40 Lehrlinge am Standort in Dolny Kubin aus. Insgesamt beschäftigt MIBA, mit dem Firmen-Headquarter in Laakirchen (OÖ), in der Slowakei 1.300 Mitarbeiter, weltweit 4.600.

Neben der Firma MIBA Steeltec Slovakia sind folgende Unternehmen Partner des Projekts: ZKW Slovakia, Scheuch Slowakei, Pankl Automotive Slovakia, HTP Slovakia und Matador Slowakei. Weitere Projektpartner sind neben der WKÖ das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw), das Außenwirtschaftscenter Bratislava und das Slowakisches Ministerium für Schulwesen, Wissenschaft, Forschung und Sport. Das ibw erstellte im Vorfeld zu dem Pilotprojekt eine Studie mit Erfolgsfaktoren, die für eine erfolgreiche und nachhaltige Etablierung einer dualen Lehrlingsausbildung notwendig erscheinen. Finanziert wird das Projekt durch das EU-Projekt SMART NET (ETZ Österreich-Slowakei) sowie durch die Internationalisierungsoffensive go-international des österreichischen Wirtschaftsministeriums und der WKÖ. (BS)

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