• 11.02.2014, 14:23:35
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Entscheidung über hochtoxischen Gentech-Mais geht zurück an EU-Kommission

EU-Kommission muss sich gegen Anbauzulassung aussprechen

Utl.: EU-Kommission muss sich gegen Anbauzulassung aussprechen =

Wien/Brüssel (OTS) - Heute wurde im Ministerrat für Allgemeine
Angelegenheiten über die Anbauzulassung des gentechnisch veränderten
(GV) Mais 1507 des Agarkonzerns Pioneer Hi-Bred International
abgestimmt. Trotz des Widerstandes zahlreicher EU-Mitgliedsstatten
konnte keine qualifizierte Mehrheit gegen den GV-Mais gefunden
werden. Nach der heutigen Abstimmung entscheidet nun die
EU-Kommission. Diese hat sich allerdings schon im vergangenen
November für eine Anbauzulassung ausgesprochen.

Heidemarie Porstner, Gentechniksprecherin von GLOBAL 2000: "Die
EU-Kommission muss nun zeigen, auf welcher Seite sie steht. Die
Mehrheit der Europäischen Bevölkerung ist gegen gentechnisch
veränderte Organismen. Es kann nicht sein, dass einmal mehr die
Interessen der Agro-Chemie-Konzerne im Vordergrund stehen."

Auch bei den aktuell laufenden Verhandlungen zum
EU-US-Freihandelsabkommen (TTIP) mischen diese Konzerne kräftig mit:
sie wollen unter anderem eine Herabsetzung der Gentech-Standards in
Europa erreichen.

Der GV-Mais 1507 trägt ein hochtoxisches Insektizid in sich, das
nicht nur den unerwünschten Maiszünsler, sondern auch zahlreiche
nützliche Organismen schädigt. Eine Riskobewertung über die
Auswirkungen auf Bienen fehlt zudem gänzlich.
Darüber hinaus ist der GV-Mais resistent gegenüber einem Herbizid,
das im dringenden Verdacht steht, sich nicht nur auf die Umwelt,
sondern auch auf die menschliche Gesundheit schädigend auszuwirken.

Die Mitgliedsstaaten hätten jedoch auf andere Weise die Möglichkeit,
den Anbau dieser Hochrisikopflanze zu unterbinden. Wie auch schon bei
der GV-Kartoffel Amflora könnten sie die EU-Kommission klagen. Denn
im Verfahren für die Anbauzulassung wurden einige Fehler begangen.
Bei Amflora wurde der Klage im Dezember 2013 stattgegeben. Geklagt
hatte damals Ungarn, mit Unterstützung von Österreich und einigen
anderen Mitgliedsstaaten.

Heidemarie Porstner, Gentechniksprecherin von GLOBAL 2000: "Wir
fordern die österreichische Bundesregierung auf, sich für eine Klage
ähnlich der gegen Amflora auszusprechen. Denn es kann nicht sein,
dass eine GV-Pflanze zum Anbau in Europa zugelassen wird, obwohl es
im Verfahren selbst schon gravierende Fehler gegeben hat!"

Derzeit ist in der EU nur eine einzige GV-Maissorte zugelassen, der
Mais MON 810 von Monsanto. Die Anbauzulassung für die GV-Kartoffel
Amflora musste nach erfolgreicher Klage - auch von Österreich - von
der EU-Kommission zurück gezogen werden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL

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