- 11.02.2014, 09:00:32
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Erholung setzt sich fort
Wien (OTS/WIFO) - Frühindikatoren deuten auf eine langsame Erholung
der Wirtschaft in Österreich und der EU hin. Während sich besonders
die Konjunktureinschätzung durch die Unternehmen in der
österreichischen Sachgütererzeugung verbesserte, kühlte sich das
heimische Konsumklima zuletzt etwas ab. Die Industriekonjunktur
belebte sich bereits im IV. Quartal 2013, auch der Tourismus
verzeichnete in der bisherigen Wintersaison Umsatzzuwächse.
Der Welthandel und die weltweite Industrieproduktion wurden Ende
2013 wieder ausgeweitet, wobei die Dynamik hauptsächlich von den
asiatischen Schwellenländern getragen wurde. In anderen
Schwellenländern wie Brasilien oder Südafrika kühlt sich die
Konjunktur hingegen ab, weitere Kapitalabflüsse drohen. Auch die
chinesische Wirtschaft expandierte zuletzt in geringerem Tempo.
In den USA wuchs die Wirtschaft im IV. Quartal 2013 hingegen
weiterhin robust, für das aktuelle Quartal deuten Umfragewerte jedoch
auf einen unsicheren Verlauf hin. Die Notenbank kündigte an, im
Februar ihre lockere Geldpolitik etwas zurückzunehmen und die
monatlichen Ankäufe von langfristigen Staatsanleihen weiter
einzuschränken.
In der EU zeichnete sich bereits Ende 2013 eine langsame Erholung
der Industriekonjunktur ab. Aktuelle Vorlaufindikatoren deuten auf
eine Belebung der Wirtschaft hin. In Deutschland, dessen Exporte
bereits seit Herbst 2013 zunehmen, verbesserte sich die Stimmung der
Unternehmen laut ifo-Geschäftsklimaindex im Jänner ebenso spürbar.
Auch in Österreich bekräftigen die aktuellen Ergebnisse des
WIFO-Konjunkturtests den positiven Trend der Konjunkturerwartungen.
Vor allem die österreichischen Sachgütererzeuger schätzen die
Situation zuletzt deutlich günstiger ein. Gemäß dem
WIFO-Frühindikator ist in den kommenden Monaten eine Aufwärtstendenz
der heimischen Wirtschaft zu erwarten.
Die Konsumentenstimmung kühlte sich hingegen im Jänner erneut
etwas ab. Das spiegelt die im IV. Quartal anhaltende
Kaufzurückhaltung im Bereich der langlebigen Konsumgüter wider. Die
realen Einzelhandelsumsätze (vorläufig, ohne Kfz-Handel) waren im
Dezember rückläufig. Positive Impulse liefert hingegen der Tourismus,
die bisherige Wintersaison brachte reale Umsatzzuwächse.
Auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich kaum Besserungstendenzen: Die
Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten stieg im Jänner erneut
geringfügig (saisonbereinigt +0,1% gegenüber dem Vormonat).
Gleichzeitig nimmt die Zahl der Arbeitslosen weiter zu: Im Jänner
waren 369.800 Personen arbeitslos gemeldet, um 9,3% mehr als im
Jänner des Vorjahres. Nach österreichischer Berechnungsmethode lag
die Arbeitslosenquote saisonbereinigt im Jänner wie im Vormonat bei
7,9%.
Methodische Hinweise und Kurzglossar
Periodenvergleiche
Zeitreihenvergleiche gegenüber der Vorperiode, z. B. dem
Vorquartal, werden um jahreszeitlich bedingte Effekte bereinigt. Dies
schließt auch die Effekte ein, die durch eine unterschiedliche Zahl
von Arbeitstagen in der Periode ausgelöst werden (etwa Ostern). Im
Text wird auf "saison- und arbeitstägig bereinigte Veränderungen"
Bezug genommen.
Die Formulierung "veränderte sich gegenüber dem Vorjahr . . ."
beschreibt hingegen eine Veränderung gegenüber der gleichen Periode
des Vorjahres und bezieht sich auf unbereinigte Zeitreihen.
Die Analyse der saison- und arbeitstägig bereinigten Entwicklung
liefert genauere Informationen über den aktuellen Konjunkturverlauf
und zeigt Wendepunkte früher an. Die Daten unterliegen allerdings
zusätzlichen Revisionen, da die Saisonbereinigung auf statistischen
Methoden beruht.
Wachstumsüberhang
Der Wachstumsüberhang bezeichnet den Effekt der Dynamik im
unterjährigen Verlauf (in saisonbereinigten Zahlen) des
vorangegangenen Jahres (t0) auf die Veränderungsrate des Folgejahres
(t1). Er ist definiert als die Jahresveränderungsrate des Jahres t1,
wenn das BIP im Jahr t1 auf dem Niveau des IV. Quartals des Jahres t0
(in saisonbereinigten Zahlen) bleibt.
Durchschnittliche Veränderungsraten
Die Zeitangabe bezieht sich auf Anfangs- und Endwert der
Berechnungsperiode: Demnach beinhaltet die durchschnittliche Rate
2005/2010 als 1. Veränderungsrate jene von 2005 auf 2006, als letzte
jene von 2009 auf 2010.
Reale und nominelle Größen
Die ausgewiesenen Werte sind grundsätzlich real, also um
Preiseffekte bereinigt, zu verstehen. Werden Werte nominell
ausgewiesen (z. B. Außenhandelsstatistik), so wird dies eigens
angeführt.
Produzierender Bereich
Diese Abgrenzung schließt die NACE-2008-Abschnitte B, C und D
(Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, Herstellung von Waren,
Energieversorgung) ein und wird hier im internationalen Vergleich
verwendet.
Inflation, VPI und HVPI
Die Inflationsrate misst die Veränderung der Verbraucherpreise
gegenüber dem Vorjahr. Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein
Maßstab für die nationale Inflation. Der Harmonisierte
Verbraucherpreisindex (HVPI) ist die Grundlage für die vergleichbare
Messung der Inflation in der EU und für die Bewertung der
Preisstabilität innerhalb der Euro-Zone ( siehe auch
http://www.statistik.at/ ).
Die Kerninflation als Indikator der Geldpolitik ist nicht
eindeutig definiert. Das WIFO folgt der gängigen Praxis, für die
Kerninflation die Inflationsrate ohne die Gütergruppen unverarbeitete
Nahrungsmittel und Energie zu verwenden. So werden knapp 87% der im
österreichischen Warenkorb für den Verbraucherpreisindex (VPI 2010)
enthaltenen Güter und Dienstleistungen in die Berechnung der
Kerninflation einbezogen.
WIFO-Konjunkturtest und WIFO-Investitionstest
Der WIFO-Konjunkturtest ist eine monatliche Befragung von rund
1.500 österreichischen Unternehmen zur Einschätzung ihrer aktuellen
und künftigen wirtschaftlichen Lage. Der WIFO-Investitionstest ist
eine halbjährliche Befragung von Unternehmen zu ihrer
Investitionstätigkeit ( http://www.konjunkturtest.at/ ). Die
Indikatoren sind Salden zwischen dem Anteil der positiven und jenem
der negativen Meldungen an der Gesamtzahl der befragten Unternehmen.
Arbeitslosenquote
Österreichische Definition: Anteil der zur Arbeitsvermittlung
registrierten Personen am Arbeitskräfteangebot der Unselbständigen.
Das Arbeitskräfteangebot ist die Summe aus Arbeitslosenbestand und
unselbständig Beschäftigten (gemessen in
Standardbeschäftigungsverhältnissen). Datenbasis: Registrierungen bei
AMS und Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.
Definition gemäß ILO und Eurostat: Als arbeitslos gelten Personen,
die nicht erwerbstätig sind und aktiv einen Arbeitsplatz suchen. Als
erwerbstätig zählt, wer in der Referenzwoche mindestens 1 Stunde
selbständig oder unselbständig gearbeitet hat. Personen, die
Kinderbetreuungsgeld beziehen, und Lehrlinge zählen zu den
Erwerbstätigen, nicht hingegen Präsenz- und Zivildiener. Die
Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an allen
Erwerbspersonen (Arbeitslose plus Erwerbstätige). Datenbasis:
Umfragedaten von privaten Haushalten (Mikrozensus).
Definition der Arbeitslosenquote
Personen in Schulungen: Personen, die sich zum Stichtag in
AMS-Schulungsmaßnahmen befinden. Für die Berechnung der
Arbeitslosenquote wird ihre Zahl weder im Nenner noch im Zähler
berücksichtigt.
Unselbständig aktiv Beschäftigte: Zu den "unselbständig
Beschäftigten" zählen auch Personen, die Kinderbetreuungsgeld
beziehen, sowie Präsenzdiener mit aufrechtem
Beschäftigungsverhältnis. Zieht man deren Zahl ab, so erhält man die
Zahl der "unselbständig aktiv Beschäftigten".
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