"Kulturmontag" am 10. Februar: Berlinale-Schwerpunkt mit Clooney, Prochaska, Himmler und Co.

Gemeindebau-Kulturgeschichte in memoriam Februarkämpfe 1934 u. v. m.

Wien (OTS) - Berliner Filmluft weht am 10. Februar 2014 in der aktuellen Ausgabe des "Kulturmontag", der aufgrund der "Promi-Millionenshow" zugunsten von "Licht ins Dunkel" erst um 23.10 Uhr in ORF 2 startet. Die von Clarissa Stadler präsentierte Sendung widmet sich mit einem Schwerpunkt der soeben gestarteten 64. Berlinale, bei der sich Österreich über eine Rekordbeteiligung mit 26 Produktionen freuen kann. Auch für den ORF ein Erfolg, der davon insgesamt zehn Filme kofinanziert hat, darunter die beiden Wettbewerbsbeiträge "Macondo" und "Die geliebten Schwestern" im Rennen um den Goldenen Bären. Aber auch hochkarätiges Hollywood-Kino in Berlin steht im Mittelpunkt der Sendung, so u. a. George Clooneys NS-Kunstthriller "The Monuments Men - Ungewöhnliche Helden", dessen historischen Hintergrund "Der Kulturmontag" hinterfragt. Weiters befasst sich das ORF-Kulturmagazin anlässlich des Österreichischen Bürgerkriegs vom Februar 1934 und ausgehend von den Wiener Gemeindebaukämpfen mit der Kulturgeschichte des Gemeindebaus und dessen Rolle als Soziotop. Die prominenten (ehemaligen) Gemeindebaumieter Teddy Podgorski, Michael Horowitz und Franz Schuh kommen zu Wort.

George Clooneys Kunstjäger "The Monuments Men": Premiere auf der Berlinale und der Nazi-Schatz von Altaussee

1943 ließ US-Präsident Theodore Roosevelt die Sondereinheit "Monuments Men" zusammenstellen - eine Truppe aus kunstsinnigen Kuratoren, Gelehrten und Architekten - deren Aufgabe es war, gut fünf Millionen von den Nazis geraubte Kunstgüter vor der Vernichtung zu retten. Ein Stoff wie gemacht für die große Leinwand. "The Monuments Men" ist auch der Titel des schon sehnsüchtig erwarteten neuen Films von George Clooney, der sich neben Matt Damon und Cate Blanchett selbst in einer Hauptrolle besetzte. Die Hollywood-Verfilmung, die ihre Welturaufführung auf der Berlinale feiert, ist kein detailgetreuer Tatsachenbericht, sondern ein Abenteuerfilm mit der für Clooney typischen Prise Ironie. Auch im heutigen Österreich waren die Monuments Men zugange. In den Stollen des Salzbergwerks von Altaussee waren rund 6.500 Gemälde und Kunstikonen wie die Brügger Madonna und der Genter Flügelaltar gelagert, deren Zerstörung schon beschlossene Sache schien. Erst angesichts der drohenden Niederlage ließ Gauleiter August Eigruber die Sprengung des Kunstschatzes abblasen. Der "Kulturmontag" bittet die Stars des Films zum Interview und berichtet über die wahren Hintergründe.

Kunst, Sex und Österreich-Rekord bei der Berlinale

Kunst und Sex sind heuer die dominierenden Themen der 64. Internationalen Filmfestspiel Berlin. Im Eröffnungsfilm von Wes Anderson steht Ralph Fiennes in der Concierge-Loge des "Grand Hotel Budapest" und bekommt es mit einem Kunstraub zu tun. In der 70er-Jahre-Satire "American Hustle" mutiert Oscar-Preisträger Christian Bale vom Batman zum Fatman: Um 20 Kilo hat er für die Rolle eines windigen Kunsthändlers zugenommen. Und eine fünfstündige Filmorgie bietet Lars von Trier mit "Nymphomaniac" auf. Österreich darf sich diesmal mit 26 Produktionen bzw. Koproduktionen über eine Rekordbeteiligung freuen. Die ORF-Koproduktion "Der Anständige" ist ein Psychogramm Heinrich Himmlers, dem ein sensationelles Konvolut aufgefundener Briefe und Tagebücher zugrunde liegt - mit internationalem Echo ist zu rechnen. Ebenfalls eine ORF-Koproduktion:
"Die geliebten Schwestern" von Dominik Graf. Und der vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Alpenwestern "Das finstere Tal" von Andreas Prochaska mit Tobias Moretti in der Hauptrolle wird schon vor der Premiere heftig diskutiert. Der "Kulturmontag" berichtet über Highlights und Österreicher im Berlinale-Getriebe.

Kampfzonen und Künstlerghettos - Die Wiener Gemeindebauten

Unterschichtenghettos und Bonzenhochburgen des Roten Wien, Architekturjuwele und triste Betonklötze: Wiens Gemeindebauten werden höchst unterschiedlich wahrgenommen und medial als kulturelle Ankerpunkte und Konfliktherde gleichermaßen dargestellt. Bei den Februarkämpfen 1934 wurde der Karl-Marx-Hof heiß umkämpft, 80 Jahre später werden die Scharmützel um die Wohnanlagen in politischen Wortgefechten ausgetragen. In Ernst Hinterbergers "Kaisermühlen Blues" "menschelte" es gehörig, als einander die sogenannten kleinen Leute deftige Herzlichkeiten und Unflätigkeiten ausrichteten. Nicht minder menschlich ging es in den 1960er Jahren zu, als Helmut Qualtinger im mittlerweile nach ihm benannten Bau die prominente Nachbarschaft am "Schmäh" hielt: Das Rote Wien hatte damals die Schauspieler Leopold Rudolf, Marion Degler und Ernst Meister, den Journalisten Teddy Podgorski, den Autor Thomas Pluch oder den Fotografen Michael Horowitz in den Döblinger Künstlerbau gelockt. Der "Kulturmontag" erzählt die Kulturgeschichte des Gemeindebaus, zu Wort kommen u. a. die (ehemaligen) Gemeindebaumieter Teddy Podgorski, Michael Horowitz und Franz Schuh.

Der "Kulturmontag" ist als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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