Fragwürdige Praktiken beim Land Oberösterreich: AK half Leiharbeiterin bei der Landesausstellung

Linz (OTS) - Eine Arbeitnehmerin aus dem Bezirk Braunau bekam während ihrer Tätigkeit bei der oberösterreichischen Landesausstellung 2013 keine Feiertagszuschläge bezahlt. Das Pikante daran: Das Land Oberösterreich stellte sie nicht direkt, sondern über eine Leiharbeitsfirma an. "Mit Spitzenabdeckung hat das schon lange nichts mehr zu tun", argwöhnt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer, der den Landeshauptmann auffordert, für ordentliche Beschäftigungsverhältnisse beim Land zu sorgen.

Alte Spuren. Neue Wege. So lautete das Motto der letztjährigen Landesausstellung im Raum Freistadt. Dieses Motto dürfte das Land Oberösterreich ein bisschen zu wörtlich genommen haben. Denn die Mitarbeiter/-innen wurden erstmals nicht beim Land selbst angestellt, sondern über eine Leiharbeitsfirma beschäftigt. So auch eine Frau aus dem Bezirk Braunau, die als Kassenkraft an das Land Oberösterreich verliehen wurde. Schon im Jahr zuvor hatte sie bei der Landesausstellung gearbeitet und war damals fix beim Land angestellt.

Bereits an ihrem zweiten Arbeitstag, dem 1. Mai, arbeitete sie an einem Feiertag, bekam dafür aber keinen Feiertagszuschlag und auch keinen Zeitausgleich. Auch am 20. und am 30. Mai wäre ihr entweder Zuschlag oder Zeitausgleich zugestanden.

Die Arbeiterkammer Braunau forderte bei der Leiharbeitsfirma den Zuschlag für insgesamt drei Feiertage ein. Vorerst erfolglos: Der Arbeitgeber weigerte sich zu zahlen. Erst nach Androhung einer Klage und Rücksprache mit den Verantwortlichen beim Land, denen ein Gerichtsfall wohl unangenehm gewesen wäre, lenkte die Firma ein und überwies der Frau etwas mehr als 315 Euro.

"Es ist an sich schon peinlich genug, dass wir uns mit einer Leiharbeitsfirma streiten müssen, die das Land engagiert hat. Dass es aber wegen der drei Feiertage beinahe zu einem Gerichtsverfahren gekommen wäre, zeigt, worum es dabei geht: um die Minimierung von Kosten um jeden Preis", kritisiert der AK-Präsident. Er fordert den Landeshauptmann auf, für ordentliche Beschäftigungsverhältnisse zu sorgen, auch wenn die Leute - wie bei der Landesausstellung - nur für kurze Zeit für das Land arbeiten. "Auf wen sollen denn die Menschen noch vertrauen, wenn sie sogar bei öffentlichen Einrichtungen keine anständigen Beschäftigungen mehr bekommen", klagt der Präsident.

Gerade in der Leiharbeitsbranche werden die Rechte von Arbeitnehmern/-innen und kollektivvertragliche Bestimmungen permanent missachtet. "Leiharbeit soll Spitzen abdecken und nicht zum Normalfall werden", fordert Kalliauer. Die AK verlangt daher eine Beschränkung des Anteils an Leiharbeitern/-innen in einer Firma auf maximal zehn Prozent der gesamten Belegschaft. Die Überlassungsdauer muss auf sechs Monate begrenzt werden.

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