WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Osteuropa die Stange halten - von Eva Konzett

Das Potenzial mancher Staaten in Osteuropa ruht derzeit

Wien (OTS) - Osteuropa schreit derzeit von den Titelblättern - kein Wunder: Bulgaren und Rumänen erobern Westeuropa durch die Hintertür, die Ukraine zerbröselt endgültig und in der Schwarzmeerstadt Sotschi richtet der russische Präsident seine Spiele aus - mit horrenden Kosten, finanziell sowie aus gesellschaftlicher und Umweltsicht.

Zugegeben, die Nachrichten über die Region Mittel- und Osteuropa haben schon optimistischer geklungen. Vor allem die Wirtschaftstreibenden überboten sich einst in ihrer Jubelstimmung -bis die Wirtschaftskrise den Investitionsboom ausbremste. Die Krise lässt seither die Unternehmen nicht nur die Investitionen zurückfahren, sie legt zudem schonungslos die Schwächen der vermeintlichen Investitionsparadiese frei. In Stichworten:
administrative Trägheit, Korruption, Rechtsunsicherheit, fehlende Infrastruktur.

Doch soll derjenige, der sich in Mittel- und Osteuropa die Finger verbrannt hat oder der die dortigen Zustände schlichtweg leid ist, nun auf ein anderes, etwas entfernteres Pferd setzen, wie manchenorts geraten wird? Spielt die Zukunftsmusik der österreichischen Wirtschaftstreibenden tatsächlich in Ost- und Südostasien? Für jene, die Teil des wirtschaftlichen Weltorchesters sind, bestimmt. Multinationale Konzerne und Weltmarktführer kommen an Asien insgesamt und an China im Besonderen nicht vorbei. Auf einzelne Branchen wie Autozulieferer und Maschinenbauer warten darüber hinaus Exportchancen.

Langfristig werden Südkorea, Vietnam oder Thailand und Co. als Investitionsziel den Ländern in CEE den Rang jedoch nicht ablaufen können. Österreich hat sich durch die Investitionen in der Region eine außergewöhnliche Präsenz aufgebaut. Dies wäre andernorts schwer zu wiederholen.

Und: Das Potenzial der östlich von Wien gelegenen Länder mag manchenorts ruhen, es ist aber weder verloren gegangen noch ausgeschöpft. So schmerzt es zwar, dass die Länder der Region oft mehr versprochen haben, als sie gegenwärtig halten können. Den Rücken kehren werden die österreichischen Unternehmen diesem Heimatmarkt vor der Haustür deshalb nicht - auch wenn die Niederlassungsdichte sich an schwierigen Stellen noch lichten wird.

Abgeschrieben wird der Standort Osteuropa aber ein anderes Mal: Die dortige Geschäftserwartung beurteilen Unternehmen heute wieder positiver.

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