"matinee" am 9. Februar: Maximilian Schell präsentiert den "Fluch des Diamanten", Doku zum 25. Todestag Thomas Bernhards

Außerdem: "Die Kulturwoche" im Rückblick und Peter Fichnas lyrische Gebrauchsanleitung für "Das Telephon"

Wien (OTS) - Die von Clarissa Stadler präsentierte "matinee" am Sonntag, dem 9. Februar 2014, ab 9.05 Uhr in ORF 2, zeigt die Dokumentation "Der Fluch des Diamanten" aus der TV-Reihe "Imperium", die - wie auch andere Folgen des Formats - vom kürzlich verstorbenen Oscar-Preisträger Maximilian Schell moderiert wurde. Schell erzählt darin vom Aufstieg und Glanz, aber auch vom Untergang der einst mächtigen Herrscher Indiens, der Maharadschas. Diese stehen für eine Epoche voller Prunk, in der verschwenderischer Luxus zum Herrschaftsprinzip wurde. Zum 25. Todestag gedenkt die "matinee" um 9.50 Uhr des genauso streitbaren wie genialen österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard mit einem Porträt aus der Hand der von ihm so geschätzten Fernsehjournalistin Krista Fleischmann. Um 10.30 Uhr steht dann "Die Kulturwoche" mit einem Rückblick auf das dichte österreichische und internationale Kulturgeschehen auf dem Programm. Abschließend, um 10.55 Uhr, zeigt die "matinee" eine weitere Folge der legendären Lyrik-Reihe "Vom Gebrauch der Dinge", in der der ehemalige Nachrichtenmoderator Peter Fichna schlecht übersetzte technische Gebrauchsanweisungen vorträgt - deren Interpretationen zwar kaum die beschriebenen Geräte in Gang zu setzen vermögen, aber umso mehr die Lachmuskeln. Diesmal: "Das Telephon".

Die Sendungen im Überblick:

"Imperium - Der Fluch des Diamanten" (9.05 Uhr)

Nirgendwo auf der Welt genossen die Mächtigen so viel verschwenderischen Luxus wie seinerzeit die Maharadschas in Indien:
Paläste, deren Opulenz die Adelshäuser Europas vor Neid erblassen ließen, Diamanten, deren Wert unermesslich war, Prozessionen mit Hunderten Elefanten und nicht zuletzt das süße Haremsleben. Mit aufwendigen Re-Enactments liefert der Film Eindrücke aus der Welt der Maharadschas und blickt dabei auch hinter die seidenen Vorhänge. Berühmtheit erlangte der exzentrische Maharadscha Jagatjit Singh von Kapurthala. Er lebte lange als Diplomat in Paris und war bekannt dafür, bei jeder Gelegenheit Diamanten zu verschenken. 1906 ließ er sich einen Palast nach dem Vorbild Versailles nachbauen und hielt sich für eine Inkarnation des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. Die Maharadschas lebten einen Traum - aus dem 1947 das bittere Erwachen erfolgte. Oscar-Preisträger Maximilian Schell erzählt vom Aufstieg und Glanz, aber auch vom Untergang der einst mächtigen Herrscher Indiens.

"Das war Thomas Bernhard" (9.50 Uhr)

Über keinen Dramatiker hat sich Österreich derart echauffiert wie über Thomas Bernhard. Österreichs "bestgehassten Dichter" nannte ihn der deutsche Spiegel. Wenn es nach dem Autor gegangen wäre, würde in Österreich noch immer kein Werk von ihm aufgeführt, keines seiner Bücher hier ausgeliefert werden. Bernhard und Österreich - das war immer ein sehr schwieriges Verhältnis.
Er ließ sich nicht fassen, denn Sprache war für ihn ein Spielmaterial. Doch eine kam dem Dichter ganz nah: die ORF-Kulturjournalistin Krista Fleischmann, die er als einfühlsame Gesprächspartnerin über viele Jahre schätzte. Ihre Bernhard-Interviews sind legendär. Vom ersten erhaltenen Fernsehdokument aus dem Jahr 1967 bis zu seinem letzten Auftritt nach der umstrittenen "Heldenplatz"-Premiere im Jahr 1988 lässt die von Krista Fleischmann gestaltete rund 35-minütige Dokumentation den Künstler in Bildern wieder auferstehen: streitbar, genial, mit einem starken Hang zum Monolog, unbestechlich in der Beobachtung. Der Film führt zu den großen literarischen Stationen in Bernhards Leben und thematisiert auch das Drama seiner Krankheit und sein intensives Verhältnis zum Tod. "Am liebsten würde ich sofort wieder etwas mit Ihnen machen, meinen Nachruf vielleicht", sagte Bernhard einst zu seiner Interviewpartnerin. Bei den Proben zu "Heldenplatz" trieb er Regisseur Claus Peymann zur Eile an - er wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleiben würde. Drei Monate nach der Premiere war er tot. 3sat zeigt die Dokumentation "Das war Thomas Bernhard" am Sonntag, dem16. Februar, um 12.00 Uhr.

"Vom Gebrauch der Dinge: Das Telephon" (10.55 Uhr)

Gebrauchsanweisungen sind harte Arbeit. Hinter den mühsam formulierten Bedienungsanleitungen stehen meist hochqualifizierte Techniker oder Wissenschafter, die mit Hilfe ihrer Teams komplizierte Geräte erfunden, zur Serienreife entwickelt und auf den Markt gebracht haben. Am Ende des Produktionsprozesses wollen sie den Konsumentinnen und Konsumenten noch eine hilfreiche und rechtlich möglichst unanfechtbare Instruktion zum bequemen und sicheren Gebrauch des Geräts in die Hand geben. Und scheitern daran. Die Vielzahl der absurden Gebrauchsanweisungen, Bedienungsanleitungen und technischen Dokumentationen könnte Bände füllen. Abseits des vordergründig zweckdienlichen Inhalts lassen Gebrauchsanweisungen aber oft noch eine zweite, lyrische Textinterpretation zu, auch wenn diese den (oft verzweifelten) Leserinnen und Lesern meist verschlossen bleibt.
Diese sprachliche Ebene transparent zu machen, hat sich im Juni 1997 die legendäre TV-Leiste "Kunst-Stücke" zur Aufgabe gemacht. In der Lyrik-Reihe "Vom Gebrauch der Dinge" trug Sprecherlegende Peter Fichna surreale Texte vor, deren Autorinnen und Autoren meist unerkannt entkommen konnten.

Die "matinee" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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