ORF-Premiere für Oscar-nominierte Doku "Pussy Riot - Keine Angst vorm starken Mann" am 6. Februar

Im Anschluss "ZiB 24 Talk" zum Thema

Wien (OTS) - Morgen, am Donnerstag, dem 6. Februar 2014, feiert der aktuell zum Oscar nominierte Dokumentarfilm "Pussy Riot - Keine Angst vorm starken Mann" von Mike Lerner und Maxim Pozdorovkin um 22.00 Uhr in ORF eins seine ORF-Premiere. Der Film, der die drei wegen "Hooliganismus" angeklagten Frauen der russischen Punkband Pussy Riot rund um die Moskauer Prozesse begleitet, wurde bei seiner Uraufführung beim Sundance Film Festival 2013 auszeichnet: Die beiden für den Großen Preis der Jury nominierten Regisseure erhielten den Spezialpreis der Jury.

Im Anschluss an die ORF-Ausstrahlung wird um 23.30 Uhr das Thema in einem "ZiB 24 Talk" in ORF eins vertieft. Unter dem Titel "Putin:
Mission Russland - Ist die Weltmacht auf dem Weg zur Diktatur?" diskutieren bei Lisa Gadenstätter Zana Ramadani, Mitbegründerin Femen Deutschland; Erhard Busek, Präsident EU-Russland-Zentrum in Brüssel, ehemaliger Vizekanzler ÖVP; Dr. Anatoli Berditchevski, Russisch-Professor an der FH Eisenstadt, Mitglied der Österreichisch-Russischen Gesellschaft, Träger der Puschkin-Medaille, und Alexander Egit, Geschäftsführer Greenpeace Zentral- und Osteuropa.

Neben "Pussy Riot - Keine Angst vorm starken Mann" befasst sich der ORF auch in weiteren Produktionen kritisch mit dem Austragungsland der Olympischen Winterspiele 2014: Ergänzend zu der 430 Stunden umfassenden Sportberichterstattung bringt der ORF via ORF eins, ORF 2 und ORF III insgesamt 13 Produktionen, darunter u. a. die bereits gesendeten Dokumentationen "Putins Spiele" und das "Weltjournal:
Russlandspiele um jeden Preis" bzw. "WELTjournal +: Der Kreml -Russlands Machtzentrum" oder die ORF-III-Dokumentationen "Sotschi:
Russlands Schattenseite" (6. Februar) und "Putin's Kiss" (10. Februar).

Mehr zum Inhalt von "Pussy Riot - Keine Angst vorm starken Mann"

Pussy Riot steht für Krawall und Aufstand. Die Moskauer Frauen-Punkband setzt sich in wechselnder Besetzung provokant für die Rechte ihrer Geschlechtsgenossinnen ein und steht in heftiger Opposition zur Administration Wladimir Putins. Die Verhaftung von drei Mitgliedern im Februar 2012 nach einem Auftritt im zentralen Gotteshaus der russisch-orthodoxen Kirche, der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, deren Oberhäupter den Wahlkampf des Präsidenten unterstützen, sorgte für großes Medienecho. Ende 2013 ließ Putin Nadia und Mascha, die letzten beiden inhaftierten Pussy Riot-Mitglieder frei. Beide Frauen unterstrichen, sie bereuten die Protestaktion, die zu ihrer Verurteilung geführt hatte, nicht. Schon bei ihrer Entlassung aus dem Straflager in Sibirien rief Nadia vor wartenden Journalisten: "Russland ohne Putin." Ihr Kampf geht also weiter.

Die Doku "Pussy Riot - Keine Angst vorm starken Mann" setzt das Anliegen der Band faszinierend und spannend in Szene und erweist sich als filmisch festgehaltene Fürsprache für den Aufruf, ein neues Russland zu erschaffen, wie es schon Pussy Riot bei ihrem Aufritt in der Christ-Erlöser-Kathedrale bewiesen. Der Film mit dem Originaltitel "Pussy Riot - A Punk Prayer" schildert die Tage rund um die Pussy Riot-Prozesse im Sommer 2012 in Moskau: Auch wer als Zuschauer die Geschichte kennt, wird fassungslos sein ob der willkürlichen Handlungen der russischen Justiz. Die Regisseure Mike Lerner und Maxim Pozdorovkin erzählen Unbekanntes, etwa das Geständnis von Nadias Vater: Nachdem er es nicht geschafft habe, seine Tochter von ihrem wilden Treiben abzuhalten, habe er immerhin deren zornige Songtexte in Form bringen können. Anderswo bezeichnen Ultraorthodoxe die drei unbeugsamen Streiterinnen als Dämoninnen und Hexen. Selbstverständlich ist im politischen Kunst-Aktivismus von Pussy Riot viel Naivität dabei, aber letztlich erinnert der Film daran, dass Punk immer auch ein Versuch ist, die Zukunft selbst zu gestalten.

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