Leitl zu Arbeitsmarktdaten: Rasch Lohnnebenkosten senken und Offensivmaßnahmen umsetzen

Zwar Rekordbeschäftigung trotz anhaltender Konjunkturflaute - anhaltend kritische Situation am Arbeitsmarkt erfordert Handlungsbedarf

Wien (OTS/PWK059) - "Wie zu befürchten zeigen die aktuellen Arbeitsmarktdaten aufgrund der konjunkturellen Flaute nach wie vor keine Besserung. Deshalb ist rascher Handlungsbedarf gegeben", hält WKÖ-Präsident Christoph Leitl im Hinblick auf die heute, Montag, veröffentlichten Arbeitsmarktdaten fest.

Die hohen Arbeitslosenquoten gehen jedoch auch mit einer Rekordbeschäftigung einher: Das Beschäftigungswachstum entfällt ausschließlich auf Personen über 50 Jahre. Deren Beschäftigung hat um 4,7% gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Die Arbeitslosenquote in der Altersgruppe 50+ liegt lediglich um 0,7% über der allgemeinen Arbeitslosenquote. Das heißt, Ältere sind nicht häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als der Durchschnitt aller Arbeitslosen. Werden sie allerdings einmal arbeitslos, dann suchen sie länger einen neuen Job. So erklärt sich die geringfügig höhere Arbeitslosenquote der über 50-Jährigen.

"Die Unternehmen nehmen somit trotz schwierigem Umfeld ihre Verantwortung wahr und setzen auf die Beschäftigung Älterer", betont Leitl. Und dies, obwohl in vielen Bereichen, etwa bei Angestellten, die Lohnkosten mit zunehmendem Alter steigen. "Umso dringender ist die rasche Umsetzung der im Regierungsprogramm versprochenen Lohnnebenkostensenkung. Die Rücknahme der Lohnnebenkostensenkung für ältere Beschäftigte war ein Signal in die falsche Richtung", unterstreicht der WKÖ-Präsident. Nach Eurostat stieg die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen in Österreich zwischen 2004 und 2012 von 28,8% auf 43,1%. "Ohne die zahlreichen Frühpensionsmöglichkeiten hätte die Beschäftigung Älterer noch viel stärker zugenommen", so Leitl.

Um die Arbeitslosenzahlen spürbar zu senken, ist jetzt rasches Handeln angesagt, betont der WKÖ-Präsident. Was notwendige Arbeitsmarktmaßnahmen betrifft, sei es kostspielig und vor allem nicht nachhaltig, wenn Menschen im zweiten Arbeitsmarkt oder in Schulungsmaßnahmen "geparkt" würden. "Im Hinblick auf die Budgetlage müssen vor allem die Rahmenbedingungen für Jobs am ersten Arbeitsmarkt verbessert werden. Die versprochene Lohnnebenkostensenkung wäre in dieser wirtschaftlich unsicheren Zeit ein wichtiges Signal und daher rasch umzusetzen. Zudem brauchen wir dringend die von der Regierung in Aussicht gestellten Offensivmaßnahmen wie etwa den Sanierungsbonus, der wichtige Impulse für die Wirtschaft schaffen kann", fordert Leitl. "Die Entlastung des Faktors Arbeit schafft Arbeit; Zwangsmaßnahmen hingegen bedrohen den Unternehmensstandort Österreich. Jetzt heißt es Ärmel aufkrempeln und zu den richtigen Maßnahmen greifen, um den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft zu beleben". (PM)

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