ÖGJ zu Arbeitsmarktdaten: Schluss mit der Ausbildungsverweigerung!

Unternehmen müssen Lehrlinge wieder von Anfang an selbst ausbilden

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Zahl der Lehrstellen in Österreich nimmt dramatisch ab, während viele Jugendliche einen Lehrplatz suchen. Dass zeigt, dass das derzeitige System der Lehrstellenförderung so nicht mehr funktioniert. Statt Unternehmen, die ihre Gewinne horten, braucht Österreich Unternehmen, die in die Jugendlichen investieren", reagiert Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), auf die heute bekanntgegebenen Arbeitsmarktdaten. Hinzu kommen mehr als 10.000 Lehrlinge in den Überbetrieblichen Ausbildungsstätten, die ebenfalls auf eine Lehrstelle warten. "Schluss mit der Ausbildungsverweigerung! Die Unternehmen müssen wieder in die Pflicht genommen werden, Lehrlinge von Anfang an selbst auszubilden."++++

Für eine neue Finanzierung der Lehrausbildung fordert die ÖGJ einen Ausbildungsfonds (Fachkräftemilliarde), in den Firmen einzahlen, die nicht ausbilden, obwohl sie es könnten, und aus dem Betriebe, die qualitativ hochwertig ausbilden, Förderungen erhalten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahresbruttolohnsumme durch die Unternehmen finanziert werden.

Mehr und besser ausbilden

Neben der Finanzierung, müsse auch die Qualitätssicherung der Lehrausbildung neu geregelt werden. "In einigen Betrieben ist die Ausbildungsqualität mangelhaft. Die Jugendlichen werden nicht ausgebildet, sondern werden zu Hilfsarbeiten herangezogen. Die Wirtschaft darf sich daher nicht wundern, wenn Jugendliche in bestimmten Bereichen, wie im Tourismus, nicht arbeiten wollen", sagt Ernszt.

Ein wichtiger Schritt zu mehr Qualität wäre die Einführung einer verpflichtenden Teilprüfung, die auf die Lehrabschlussprüfung angerechnet wird. "Das senkt den Druck auf die Lehrlinge, die Jugendlichen wüssten, was sie können, und die Qualität der Ausbildung wäre überprüfbar." Auch mit mehr Kontrollen über die tatsächliche Ausbildungstätigkeit und regelmäßigen Weiterbildungen der AusbildnerInnen könnte die Qualität der Lehrausbildung verbessert werden.

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