Hundstorfer zu Arbeitsmarkt: Steigende Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig steigender Beschäftigung

Weiterhin niedrigste Arbeitslosgikeit in der EU - Beschäftigung ist seit vier Jahre durchgehend im Steigen

Wien (OTS/BMASK) - "Auch Ende Jänner 2014 steigt die Zahl der Personen die am österreichischen Arbeitsmarkt einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen wollen, stärker als die Zahl der Arbeitsplätze. Aktuell liegt das Arbeitskräfteangebot um insgesamt 55.000 über dem vergleichbaren Vorjahreswerts. Da zudem Ende Jänner der Höhepunkt der Saisonarbeitslosigkeit erreicht wird, hat die Zahl der Personen, die beim Arbeitsmarktservice entweder als arbeitslos registriert sind oder ein Schulungsangebot angenommen haben, mit 449.668 einen neuen Höchststand erreicht", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer anlässlich der Präsentation der Arbeitsmarktdaten für den Monat Jänner. Die Gesamtzahl ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent bzw. um 39.006 Personen gestiegen. Davon sind 369.837 (plus 9,3 Prozent) als arbeitslos registriert und weitere 79.831 (plus 10,5 Prozent) als SchulungsteilnehmerInnen. "Österreich bleibt mit einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent im Vergleich der EU-Staaten weiterhin ein Musterland und bis zum Sommer wird die Zahl der beim Arbeitsmarktservice betreuten Personen saisonbedingt auch wieder um 120.000 zurückgehen. Seit Jahresbeginn sind außerdem 45.943 Personen, das sind um 2.007 mehr als im Vorjahr, aus der Arbeitslosigkeit oder aus Schulungen des AMS in Beschäftigung gekommen", so Hundstorfer. ****

Zu Beginn des Jahres 2014 setze sich jedoch auch ein weiterer Trend am österreichischen Arbeitsmarkt fort. Mit einem Zuwachs von 16.000 Arbeitsplätzen gegenüber dem Vorjahr - auf nunmehr 3,42 Millionen - ist die Zahl der unselbständig Beschäftigten seit beinahe vier Jahren durchgehend im Steigen, berichtet der Sozialminister. Seit der Krise 2009 sind damit in Österreich 120.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Vor allem der Dienstleistungsbereich, und hier wiederum der Handel, der Kommunikations- und IT-Bereich, die freiberuflichen unternehmensnahen Dienste und der Gesundheits- und Sozialbereich bieten zusätzliche Arbeitsplätze.

Die Liberalisierung des Arbeitsmarktes für Personen aus Bulgarien und Rumänien seit Jahresbeginn 2014 hat bei der Zahl der registrierten Arbeitslosen keine wesentlichen Veränderungen bewirkt. Der Bestand Personen ohne österreichischem Pass steigt zwar vor allem branchen- und saisonbedingt mit 15,3 Prozent etwas stärker als der Durchschnitt, in den Monaten vor der Öffnung lag die Entwicklung mit Werten von jeweils mehr als 18 Prozent jedoch noch deutlich höher.

Regional ist die gegenwärtige Entwicklung im äußersten Osten mit einem Zuwachs der Arbeitslosen um 3,6 Prozent im Burgenland noch am günstigsten. Unterdurchschnittliche Zuwächse verzeichnen auch noch die Steiermark mit einem Plus von 6,4 Prozent, Kärnten mit einem Zuwachs 6,6 Prozent, Vorarlberg mit 7,2 Prozent sowie Niederösterreich mit 8,0 Prozent. Über der gesamtdurchschnittlichen Entwicklung liegen hingegen Salzburg mit einem Plus von 10,8 Prozent, Wien mit 11,1 Prozent, Oberösterreich mit 11,7 Prozent und Tirol mit 13,7 Prozent.

Mit 17.043 Personen nimmt die Arbeitslosigkeit bei Männern etwas stärker als bei Frauen (14.373) zu. Auch dieser Umstand ist auf unterschiedliche Entwicklungen in den jeweiligen Wirtschaftsbereichen zurückzuführen. Trotz gleichzeitig steigender Beschäftigung steigt in stärker frauendominierten Bereichen wie etwa im Handel (5.737), im Tourismus (4.143) aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen die Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich. Männer sind hingegen stärker durch den Anstieg in der Warenproduktion (+10,6 Prozent) betroffen. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei der Arbeitskräfteüberlassung gilt als ein traditioneller "Frühindikator" des Wirtschaftsgeschehens. Der unterdurchschnittliche Zuwachs von 7,2 Prozent kann damit als ein positives Zeichen für die Konjunktur 2014 gesehen werden. Darüber hinaus ist auch in der Bauwirtschaft der Anstieg mit "lediglich" 0,7 Prozent bereits beinahe zum Stillstand gekommen. In diesen beiden Bereichen sowie vor allem auch im Verkehr, im IT-Bereich und bei unternehmensnahmen Diensten melden die Unternehmen nunmehr auch wieder mehr offene Stellen. Insgesamt wurden dem Arbeitsmarktservice im Jänner um 2,1 Prozent bzw. 850 mehr Arbeitsplätze zur Besetzung gemeldet.

Der Lehrstellenmarkt scheint dagegen noch etwas nachzuhinken. So liegt Ende Jänner der Bestand an offenen Lehrstellen um 15,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der (sofort verfügbaren) Lehrstellensuchenden steigt aktuell um 7,2 Prozent. Die Lehrstellenlücke liegt in der Folge mit 3.044 um 833 über dem Vorjahreswert. Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit lässt hingegen von Monat zu Monat etwas zuversichtlichere Ausblicke zu. So steigt Ende Jänner 2014 die Zahl der arbeitslos registrierten Jugendlichen mit 3,5 Prozent deutlich unterdurchschnittlich und bei den 15- bis 19-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit mit einem Minus von 3,5 Prozent sogar schon sehr stabil rückläufig. Im internationalen Vergleich bleibt auch hier die österreichische Position günstig. Mit einer Jugendarbeitslosenquote von 8,9 Prozent liegt Österreich hinter Deutschland nach wie vor an zweiter Stelle in der Europäischen Union. Im EU-Durchschnitt beträgt die Quote 23,2 Prozent.

"Für Personen ab 50 zeigt sich der Arbeitsmarkt hingegen weiterhin geteilt. Die Beschäftigungsverhältnisse von älteren Personen sind oftmals sehr stabil, es ist für diese Altersgruppe aber auch überdurchschnittlich schwer nach dem Verlust des Arbeitsplatzes wieder in den Arbeitsmarkt zurückzufinden", sagte Hundstorfer. Ende Jänner sind um rund 35.000 ältere Personen mehr in Beschäftigung als noch ein Jahr zuvor. Gleichzeitig hat die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen ab 50 gegenüber dem Vorjahr um 15.544 Personen bzw. 20,4 Prozent zugenommen.

Der langfristige Schlüssel für bessere Chancen am Arbeitsmarkt bleibt sowohl für Junge als auch für Ältere eine fundierte berufliche Ausbildung. Ende Jänner haben mit mehr als 170.000 vorgemerkten Arbeitslosen und 42.400 SchulungsteilnehmerInnen rund 47 Prozent der vom Arbeitsmarktservice betreuten Personen keine Ausbildung die über die Pflichtschule hinausreicht. Das Arbeitslosigkeitsrisiko ist hier mehr als dreimal so hoch wie bei jeder anderen Ausbildungskategorie. Hundstorfer verwies auf die Ausbildungspflicht, die ab Herbst 2016 gelten soll. "Wer gut ausgebildet ist, hat einfach bessere Chancen; diese Chancen wollen wir jedem Menschen in Österreich ermöglichen", schloss der Sozialminister. (Schluss)

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