SOS Mitmensch: FPÖ-Parteispitze deckt rechte Hassprediger

Freiheitliche verlassen demokratischen Verfassungsbogen

Wien (OTS) - SOS Mitmensch übt scharfe Kritik an der FPÖ-Parteispitze. Diese decke rechte Hassprediger in den eigenen Reihen. Anlass der Kritik ist eine Aussendung von FPÖ-Bezirksparteiobmann Maximilian Krauss, in der dieser gegen MuslimInnen und MigrantInnen hetzt. SOS Mitmensch hat aufgedeckt, dass die Hass-Aussendung des im deutschnationalen Burschenschaftermilieu aktiven FPÖ-Politikers nachweislich mit unwahren Behauptungen unterfüttert ist. "Unsere Aufforderung an die FPÖ-Führung, sich von der Hasstirade des FPÖ-Burschenschafters und seinen unwahren Behauptungen zu distanzieren, ist ohne Reaktion verhallt. Offenbar duldet die FPÖ-Spitze rechte Hassprediger innerhalb der eigenen Partei", so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

Laut Recherchen von SOS Mitmensch, hat Krauss in seiner Hetztirade eine in rechtsextremen Kreisen kursierende Lügengeschichte aufgegriffen, die "belegen" soll, dass Ausländer von österreichischen Gerichten bevorzugt behandelt würden. Krauss behauptet, dass ein des Missbrauchs an seinem Sohn beschuldigter "Türke" in einem Gerichtsverfahren nur deshalb freigesprochen wurde, weil es sich beim Missbrauch "um jahrelange Familientradition" gehandelt habe. Doch die Angaben des FPÖ-Politiker halten keiner Überprüfung stand. Laut Auskunft des Landesgerichts Korneuburg war der Beschuldigte in dem betreffenden Gerichtsverfahren gar kein türkischer, sondern österreichischer Staatsbürger. Und der Grund für den von einem Schöffensenat rechtskräftig gefällten Freispruch war nicht, dass es sich bei Kindesmissbrauch um eine "jahrelange Familientradition" handeln würde, sondern dass vom Gericht festgestellt wurde, dass der Beschuldigte gar keine Handlungen im Sinne eines sexuellen Missbrauchs gesetzt hatte.

SOS Mitmensch ruft die FPÖ-Führung erneut dazu auf, auf Distanz zu Hetze zu gehen und Hassprediger, wie Krauss, aus der Partei auszuschließen. "Keine Partei hat das Recht, das Wählervertrauen dafür zu missbrauchen, Hasspredigern eine Spielwiese zu bieten. Eine Partei, die Hetzer deckt, verlässt den demokratischen Verfassungsbogen", so Pollak.

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