Neues Volksblatt: "Mitteleinsatz" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 3. Februar 2014

Linz (OTS) - Schade eigentlich, dass man im ORF bei der Programmierung der gestrigen "Pressestunde" nicht die gleiche Flexibilität bewies wie vor einer Woche bei der Diskussionssendung "Im Zentrum". Da wurde nach den Krawallen rund um den FPÖ-Akademikerball das vorgesehene Thema gekippt und über die gewalttätigen Demos diskutiert. Ebenso aktuell hätte sich für die Pressestunde gestern das Thema Bildungsstandards angeboten, der Abgesang auf Frank Stronach wäre jedenfalls verzichtbar gewesen. Überhaupt fällt auf, dass es um die Bildungsstandards, von ein paar Ausnahmen abgesehen, ein recht demonstratives Desinteresse gibt. Dass die ÖVP den Koalitionspartner SPÖ wegen Frau Schmieds Lieblingsvorhaben um des lieben Friedens willen nicht zwicken will, ist ja verständlich. Den Blick auf die wesentliche Frage - nämlich:
Was taugt die Neue Mittelschule wirklich? - darf das dennoch nicht verstellen. Und zwar schon deswegen nicht, weil dieses - von der SPÖ als Trägerrakete für die Ganztagsschule betrachtete - Vorhaben viel Geld kostet. In Zeiten, wo genau dieses Geld aber knapp ist, kann die Frage nach der Verhältnismäßigkeit des Ressourceneinsatzes nicht ausgeklammert werden. Wenn Bildung eine der zentralen Herausforderungen ist, dann ist umso mehr darauf zu achten, dass die Mittel dort ankommen, wo sie den besten Nutzen stiften. In Bezug auf die NMS muss das zumindest überprüft werden dürfen.

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