Schneemassen: 1.200 Helfer in Kärnten im Einsatz

LH Kaiser: Morgen, Montag, schulfrei in Bezirken Hermagor und Spittal sowie in Bad Bleiberg - Leichte Entspannung der Lage, trotzdem Vorsicht walten lassen

Klagenfurt (OTS/LPD) - In der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) in Klagenfurt trat heute, Sonntag, wieder der Krisenstab mit Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser zusammen. Durch den geringeren Niederschlag hat sich die Wettersituation in Kärnten Samstagnacht etwas entspannt, gefahrlos ist es aber nicht. Aktuell sind rund 1.200 Helfer der verschiedenen Organisationen im Einsatz. Morgen, Montag, findet um 8.00 Uhr die nächste Besprechung in der LAWZ statt.

Als Bildungsreferent gibt Kaiser morgen schulfrei in den am stärksten betroffenen Bezirken Hermagor und Spittal/Drau sowie in Bad Bleiberg im Bezirk Villach-Land. "In einer Woche sind Semesterferien und wir wollen nicht, dass jemand am Schulweg möglicherweise ein Risiko eingehen muss", meint der Landeshauptmann. Einige Straßen und Gehsteige seien noch nicht vollständig geräumt und vor allem bestehe die Gefahr von Dachlawinen. Kaiser weist aber darauf hin, dass in den Schulen die Aufsicht für Kinder, deren Eltern arbeiten müssen und niemanden zum Aufpassen haben, gewährleistet sei. Eltern in den anderen Kärntner Bezirken, die befürchten würden, dass der Schulweg zu riskant sei, könnten selbst entscheiden, ob sie ihr Kind für einen Tag daheim behalten. Das wäre rechtlich gedeckt. Bei der morgigen Besprechung in der LAWZ werde auch entschieden, wie es mit den Schulen am Dienstag weitergeht.

"Lassen Sie bitte trotz der leichten Entspannung weiterhin Vorsicht walten", appelliert der Landeshauptmann an die Bevölkerung und warnt vor allem vor leichtsinnigen Erkundungen und Dachlawinen. Er weißt auf die Möglichkeit der Schneelastberechnung unter www.tirol.gv.at/lienz hin. Kaiser konnte sich gestern bei seinem Lokalaugenschein in Oberkärnten persönlich vom guten Zusammenspiel aller Kräfte bei der Bewältigung der Schneemassen überzeugen. Er dankt nochmals allen, die so engagiert für die Sicherheit der Menschen im Einsatz stehen.

Vom Lawinenwarndienst des Landes wurde unterdessen die Lawinenwarnstufe auf 4 zurückgenommen, trotzdem bestehe noch große Gefahr. In den Bezirken Hermagor und Spittal gab es bis heute 20 Zentimeter Neuschnee. Die Räumung von Straßen, Zugstrecken und Dächern sowie die Reparatur von Stromleitungen werden vorangetrieben.

Von den Feuerwehren stehen 400 Mann im Einsatz, vom Bundesheer 110 Soldaten, davon 80 in Kötschach-Mauthen und 30 in Dellach im Drautal. 40 Soldaten sind im Bezirk Spittal als Reserve angemeldet. Von der Polizei sind momentan alle im Dienst befindlichen Kräfte im Einsatz, alpine Kräfte stehen in den Bezirken Spittal, Hermagor und Villach-Land in Bereitschaft. Das Rote Kreuz hat in Spittal eine KAT-Mannschaft in Bereitschaft. Der Rettungsdienst in den Bezirken Hermagor und Spittal laufe normal, für den Bereich Naßfeld stehe ein zusätzliches Auto bereit.

Von den Straßenmeistereien sind 70 Mann mit 27 Großgeräten im Gail- und Lesachtal im Einsatz, im Drautal sind es zehn weitere Großgeräte. Insgesamt sind noch 20 Schneefräsen für die Räumarbeiten eingesetzt. Die weiteren Kärntner Bezirke werden normal versorgt. Das Lesachtal ist noch geschlossen, mit den Räumarbeiten wurde begonnen, seit 1 Uhr in der Nacht ist auch die Straße auf das Naßfeld wieder gesperrt.

Von der Kelag sind 130 bis 150 Personen mit Reparaturarbeiten beschäftigt. 3.000 Haushalte im Rosen-, Lavant-, Gail- und Gitschtal waren zeitweise ohne Strom. Man geht davon aus, dass bis heute am Abend alles repariert ist.

Von den ÖBB stehen 250 Personen und 20 schwere schienengebundene Räumgeräte im Einsatz. Die Lage entspanne sich zusehends. Wegen Lawinengefahr nach wie vor gesperrt seien jedoch die Tauernbahn und die Autoschleuse, gesperrt seien zudem die Gailtalbahn, die Strecke Lienz-Innichen, die Pontebbana nach Italien, der Binnenverkehr in Slowenien. Schienenersatzverkehr sei teilweise möglich, alle anderen Strecken würden planmäßig bzw. im Notbetrieb geführt.

Bei der Besprechung in der LAWZ waren u.a. Militärkommandant Walter Gitschthaler, Landesfeuerwehrkommandant Josef Meschik, Landesrettungskommandant Georg Tazoll, Katastrophenschutzbeauftragter Egon Rauter, Wilfried Ertl vom Lawinenwarndienst, Alpinpolizist Josef Bierbaumer, Volker Bidmon von der Landesstraßenbauabteilung und Josef Polster von der Kelag anwesend.
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