Unternehmer vs. Manager: Ein unentschiedenes Match

Wien (OTS) - Welcher Berufsstand hat es derzeit schwerer: Unternehmer oder doch die Manager? Eine interessante Diskussion am 29. Jänner 2014 im management club ließ beide Seiten zu Wort kommen, wobei es in vielen Bereichen überraschende Einigkeit am Podium gab.

Waren kurz vor dem Jahreswechsel noch die Managergehälter und -boni in der öffentlichen Kritik, plant die neue Regierung nun die Selbstständigen, etwa durch Änderungen beim Gewinnfreibetrag und bei der GmbH Light, stärker zur Kasse zu bitten. Der management club lud daher den Vorstand der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG) Ing. Rudolf Kemler und die Unternehmerin Petra Gregorits (PGM Marketing Research Consulting) zu einer hochkarätigen Podiumsdiskussion unter der Moderation von Sibylle Hamann ein.

"Unternehmertum und Selbstständigkeit sind ein Lebensmodell" stellt Petra Gregorits zu Beginn fest, wozu es Mut und Entschlossenheit braucht. Gerade in der Anfangszeit ist man mit Herausforderungen und Risiken konfrontiert. Die Arbeitswelt hat sich dramatisch geändert: mal ist man selbstständig, mal angestellt. Eine stärkere Berücksichtigung dieser Lebensphasendifferenzierung im Sozialbereich, eine Anpassung der Pensions- und Lohnsteuersysteme, wäre dringend notwendig. Rigide Strukturen, die vergangenheitsorientiert sind, müssen in flexible Strukturen, die die heutige Situation besser abbilden, umgewandelt werden, so Gregorits.

Rudolf Kemler ist überzeugt, dass die Grenzen fließend sind. Auch als Manager braucht man eine unternehmerische Ader. Für ihn sind die wirtschaftlichen Vernetzungen zwischen großen und kleinen Betrieben wichtig. Z.B. arbeiten 15.000 KMUs mit ca. 45.000 Mitarbeitern mit den drei größten ÖIAG-Firmen zusammen. Beide waren überzeugt, dass eine Konstanz in der Wirtschaft nicht mehr möglich ist, Business Modelle müssen in allen wirtschaftlichen Bereichen flexibel sein, Gewinner sind die, die Veränderungsprozesse am schnellsten schaffen. Dazu braucht es auch neue Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. Mezzanin-Kapital, Venture Capital etc.) für unternehmerisches Wachstum und Expansion, wobei der Anteil dieser Finanzierungsformen mit 0,01% des BIP in Österreich verschwindend gering ist.

"Wo kann Österreich seinen Platz in der globalen Wertschöpfungskette finden?" fragt Kemler, um etwas besorgt in die Zukunft zu blicken: "Wir verlieren leider Stück für Stück in den internationalen Rankings." Hier wären innovative Arbeitsplätze und ein investitionsfreundlicheres Klima notwendig. Kemler plädiert für eine selektive Offensivpolitik: Sparen ja, aber derzeit vermitteln wir damit eher eine allgemeine Abwehrhaltung.

Hier verorten Gregorits und Kemler ein grundsätzliches Problem. Wer einmal fällt, ist gefallen. Eine Kultur des Scheiterns ist nicht vorhanden, ganz im Gegensatz z.B. zu den USA, wo jedes Scheitern einen Erfahrungsgewinn bedeutet.

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