AK Zgubic zu Crowdfunding: "Klingt hip, braucht aber Regeln" 1/2

Keine Aufweichung des Prospektrechts - mehr AnlegerInnenschutz

Wien (OTS) - Derzeit läuft nicht nur in Österreich, sondern auch auf EU-Ebene eine Diskussion zum Thema "Crowdfunding". Gabriele Zgubic, Leiterin AK KonsumentInnenschutz: "Die Bewerbung als Crowdfunding suggeriert eine Unabhängigkeit von einem, durch die Finanzkrise in Misskredit geratenen Kapitalmarkt. Jene AnlegerInnen, die aus diesem Motiv heraus ihr gutes Geld in derlei Projekten anlegen, verzichten aber auf viele Sicherheiten. Crowdfunding klingt hip, braucht aber auch Regeln." So fallen die Finanzierungsformen nicht unter die Einlagensicherung. Und die Erstellung eines Kapitalmarktprospekts ist erst bei Ausgabe von Wertpapieren und Veranlagungen ab einer Summe von 250.000 Euro notwendig. Faktum ist: fehlt ein Kapitalmarktprospekt, sinkt die Transparenz. Einlagen ohne Einlagesicherung entgegenzunehmen gefährdet nicht nur die Gelder von KonsumentInnen, sondern auch die Stabilität von Unternehmen und ganzer Sektoren.

Eine exakte Definition von Crowdfunding gibt es nicht. Die Bandbreite der Crowdfunding-Produkte reicht von Spenden, über Genussscheine bis zu nachrangigen Darlehen und stillen Beteiligungen an Unternehmen, an denen sich AnlegerInnen über Internet-Plattformen beteiligen können. Crowdfunding bezieht sich nicht nur auf die Finanzierung von Start-Up-Unternehmen und Projekten in unterschiedlichen Sparten, sondern auch Spenden sollen über Internet eingesammelt werden.

KonsumentInnen, die Crowdfunding-Modelle über das Internet abschließen können, erwerben zum Beispiel Genussscheine, die einen Anteil am Gewinn verbriefen. AK Zgubic: "Vielen AnlegerInnen ist das Risiko nicht bewusst und sie werden auch nicht ausreichend darauf hingewiesen. Für die AnlegerInnen sind die unterschiedlichen Beteiligungsformen und deren Risiken nicht klar ersichtlich und damit nicht durchschaubar. Im schlimmsten Fall droht allerdings der Totalverlust des eingesetzten Kapitals."

Klar ist, dass all diese Finanzierungsformen nicht unter die Einlagensicherung fallen, die nur für Bankeinlagen gelten. "Außerdem fällt auf, dass bei etlichen Crowdfunding-Projekten darauf geachtet wird, dass die Erstellung eines Kapitalmarktprospektes entfällt, indem das Ausgabevolumen unter der Grenze von 250.000 Euro für das Prospektrecht liegt." Fehlt jedoch bei einem Wertpapier oder einer Veranlagung ein geprüfter Emissionsprospekt, dann fällt ein wichtiges Informationsinstrument weg. "Es sind daher einige Informationsstandards und gut überlegte Maßnahmen notwendig, um Crowdfunding für KonsumentInnen auf eine sichere Basis zu stellen", so Zgubic.

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