Konsumentenpolitische Tagung (2) - Glatz: Pensionistinnen und Pensionisten besonders stark von Teuerung betroffen

Inflation ist Verteilungsproblem - PVÖ kämpft gegen Teuerung bei Lebensmitteln, "Österreich-Aufschlag" in Supermärkten und fordert Miet- und Energiepreis-Stopp

Wien (OTS/SK) - Mit Dr. Harald Glatz kämpft einer von Österreichs renommiertesten, erfahrensten und engagiertesten Konsumentenschutzexperten gemeinsam mit dem Pensionistenverband für die konsumentenpolitischen Rechte der älteren Generation. "Der Kampf gegen die Teuerung steht im Mittelpunkt der Arbeit des Pensionistenverbandes. Denn die Teuerung, die Inflation ist ein Verteilungsproblem. Ärmere Haushalte sowie Pensionistinnen und Pensionisten sind besonders stark betroffen", betonte der PVÖ-Konsumentenschutzexperte auf der Konsumentenpolitischen Tagung des Pensionistenverbandes Österreichs die im Gartenhotel Altmannsdorf in Wien stattfand. ****

Vor den zahlreichen anwesenden KonsumentenschutzexperInnen und FunktionärInnen des Pensionistenverbandes informierte Dr. Glatz über die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes der letzten Jahre. "Während der durchschnittliche Verbraucherpreisindex in den Jahren 2005 bis 2012 um 15,9 Prozent gestiegen ist, ist die Teuerung für PensionistInnen (Pensionistenpreisindex) mit 18 Prozent deutlich stärker ausgefallen. Die größten Preistreiber dabei sind die Bereiche Wohnen, Wasser, Energie (+24,8 Prozent) und Nahrungsmittel (+22,2 Prozent)", betont Glatz.

Betrachtet man die unterschiedlichen Haushaltseinkommen und ihre durchschnittlichen "Warenkörbe", so zeigt sich, dass das untere Einkommensviertel besonders stark unter der Teuerung leidet. Denn Haushalte mit einem Einkommen unter 1.866 Euro brutto geben fast die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens (43 Prozent) für Essen, Wohnen und Energie aus - genau jene Bereiche, in denen die Preise in den letzten Jahren besonders stark gestiegen sind. "Viele PensionistInnen gehören zum unteren Einkommensviertel. Und darum ist das Thema Inflation und der Kampf gegen die Teuerung so zentral für den PVÖ, die starke Interessensvertretung der älteren Generation", unterstreicht Glatz.

"Österreich-Aufschlag" in Supermärkten muss verschwinden

Als "absolut nicht nachvollziehbar" bezeichnet der PVÖ-Konsumentenschutzsprecher die Tatsache, dass die gleichen Produkte in österreichischen Supermärkten teilweise doppelt so teuer sind, wie in Deutschland. "Seit 2008 hat die Arbeiterkammer 23 Erhebungen zu diesem Thema durchgeführt. Und in all diesen Erhebungen wurde festgestellt, dass die Preise in Österreich - auch wenn man die unterschiedliche Mehrwertsteuer herausrechnet - teurer sind als in Deutschland", kritisiert Glatz. Der Konsumentenschützer appelliert hier dringend an die Wettbewerbsbehörde "noch genauer hinzuschauen", damit dieser Ungerechtigkeit endlich ein Riegel vorgeschoben wird.

Private Mieten als "Preistreiber"

Ein weiterer wahrer "Preistreiber" der letzten Jahre ist der Bereich Wohnen. Und hier, wie Dr. Glatz informierte, besonders im Bereich der Mieten: "Die privaten Mieten sind in den letzten Jahren um bis zu 33 Prozent gestiegen. Der PVÖ fordert hier - zur Entlastung der MieterInnen - einen sofortigen Mietpreisstopp durch eine klare Mietbegrenzung. Weiters dürfen Grundsteuer und Versicherungskosten künftig nicht mehr Bestanteil der Betriebskosten sein."

PVÖ fordert Energiekosten-Stopp

Als "besonders ärgerliche Angelegenheit" bezeichnete Glatz die Entwicklung der Strom- und Energiepreise. Denn: "Während die Preise auf dem Weltmarkt, die Großhandelspreise für Strom in den Jahren 2008 bis 2013 um 37 Prozent gesunken sind, sind die Preise für Endverbraucher um 20,9 Prozent gestiegen", kritisiert Glatz. Der Pensionistenverband fordert daher, dass Anbieter künftig verpflichtet sein müssen, Preisreduktionen auf dem Weltmarkt an ihre Endverbraucher weiterzugeben.

PensionistInnen sind wichtiger Wirtschaftsfaktor

Der PVÖ-Konsumentenschutzsprecher gab zu bedenken, dass Österreichs 1,9 Millionen PensionistInnen auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Steuerzahler sind. "Die Generation 50+ verfügt über eine Kaufkraft von 68 Mrd. Euro, das sind 44,3 Prozent der gesamten Kaufkraft. Somit fließt der Großteil der 'Pensionsaufwendungen' des Staates wieder direkt zurück ins Budget", stellte Glatz klar und betonte abschließend: "Der Kampf gegen die Teuerung ist eine zentrale Aufgabe des Pensionistenverbandes. Denn Wohnen, Heizen, Strom und der tägliche Einkauf müssen für jeden leistbar sein." (Schluss)

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GS Andreas Wohlmuth, Pensionistenverband
Österreichs, Telefon: 0664-48 36 138

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