Wirtschaftstreuhänder setzen Entschärfung beim Steuerpaket durch

Zahlungen für Lizenzen und Zinsen bleiben teilweise normaler Betriebsaufwand

Wien (OTS) - Die Bundesregierung hat im letzten Moment einige Kritikpunkte der Wirtschaftstreuhänder am geplanten Abgabenänderungsgesetz berücksichtigt und die Regelungen beispielsweise bei den Zahlungen für Zinsen und Lizenzen ins Ausland oder bei der Zinsbesteuerung für Ausländer in Österreich entschärft.

Dr. Verena Trenkwalder, Vorsitzende des Fachsenats für Steuerrecht in der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, lehnt zwar das Belastungspaket für die Wirtschaft als schädlich für den Standort nach wie vor ab, anerkennt aber, dass dem Abgabenänderungsgesetz 2014 im letzten Augenblick einige Giftzähne gezogen worden sind. "Wir haben uns insbesondere wegen der Einschränkungen bei Lizenzzahlungen, der Gruppenbesteuerung oder den Managergehältern direkt an die Politik gewandt und in einer ganzen Reihe von Punkten Gehör gefunden", zeigt sich Trenkwalder teilweise zufrieden.

Als Beispiel führt Trenkwalder an, dass die geplante Nachbesteuerung für Verluste aus alten Betriebsstätten im Ausland vom Tisch ist. Ursprünglich sollten auch Verluste von Betriebsstätten, die vor dem 1. März 2014 geschlossen worden sind, in Österreich steuerlich nicht mehr anerkannt werden. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Entschärfung bei Zins- und Lizenzzahlungen. Solche Zahlungen werden nur dann anerkannt, wenn sie bei der ausländischen Konzerngesellschaft entsprechend besteuert sind. Die Grenze sollte ursprünglich bei einem Steuersatz von 15 Prozent liegen. Jetzt sind es 10 Prozent, womit laut Trenkwalder beispielsweise Zahlungen in die Schweiz oder nach Irland wie bisher steuerlich abgesetzt werden können. Als weiteren Punkt führt Trenkwalder die Kapitalertragsteuer für Nicht-EU-Ausländer an. Hier sollten ursprünglich sowohl natürliche Personen als auch Kapitalgesellschaften betroffen sein. Dies wäre vor allem für Konzernfinanzierungen eine zusätzliche Hürde gewesen. Jetzt fallen nur die natürlichen Personen unter diese Regelung.

Weitere Änderungen für die es sich zu kämpfen lohnt, hält Trenkwalder für möglich.

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