20 % Energieeinsparung dank intelligenter Fenster

EU fördert CLIMAWIN-Technologie (FOTO)

Wien (ots) - Vor allem im Winter sind Fenster und Ventilationssysteme
die Hauptursache für den Wärmeverlust in Gebäuden, insbesondere in älteren Gebäuden. Ein Konsortium, dem drei europäische Fenster- und Ventilationssystemhersteller und -anbieter angehören, hat eine neue Technologie für energieeffiziente Fenster mit Wärmerückgewinnung entwickelt, die bei der Sanierung von Wohnhäusern und Industriegebäuden eingesetzt werden soll. Die intelligenten CLIMAWIN-Fenster verfügen über eine selbstständige Kühlfunktion, die vor allem an heißen Tagen zum Einsatz kommt und somit die Ausgaben für Klimaanlagen verringert. Die Fenster erkennen die jeweils vorherrschenden Klimabedingungen außerhalb des Gebäudes und eignen sich daher für alle Klimazonen.

Der Trend ist in Österreich wie in ganz Europa seit Jahren derselbe:
Die Energiekosten steigen - und das macht sich im Portemonnaie zunehmend bemerkbar. In Österreich steigen die Energiekosten im europäischen Vergleich zwar moderat, gleichzeitig nimmt jedoch der gesamte Energiekonsum von Privathaushalten zu (2012: Steigerung um 4,7% im Vergleich zum Vorjahr). Einsparungsmöglichkeiten gewinnen daher auch in Österreich an Bedeutung. Eine verbesserte Wärmedämmung und der Umstieg auf ein neues, intelligentes Fenstersystem sind nur zwei Beispiele, die effektiv dabei helfen können, Energiekosten einzusparen.

Wie CLIMAWIN funktioniert

"In Gebäuden sind Fenster eine der Hauptursachen für den Wärmeverlust. Bei unserer innovativen Technologie handelt es sich in Wirklichkeit um ein passives Ventilationssystem zur Wärmerückgewinnung. Testergebnisse haben gezeigt, dass die Energieeffizienz in einem normalen Gebäude, in dem ausschließlich CLIMAWIN-Fenster montiert wurden, um 18 - 24 % höher war", erklärt der Projektbeauftragte Brian O'Brien von Solearth Ecological Architecture.

"CLIMAWIN wurde so konzipiert, dass es in kühlen Klimazonen den Komfort erhöht. Hierzu wird die von Norden, Osten und Westen kommende Lüftungsluft vorgewärmt während die südliche Sonneneinstrahlung eingefangen wird", führt Brian O' Brien weiter aus. "In heißen Klimazonen bietet die Technologie eine Selbstkühlungsfunktion, mit der Tageslichteinfall ohne Wärmeeintrag ermöglicht wird. Diese Fenster wirken sich durch die Optimierung der Wärmedämmung, des solaren Wärmeeintrags und der Kontrolle des Tageslichteinfalls positiv auf die Energieeffizienz und den Raumkomfort in Wohnhäusern und Industriegebäuden ohne effizientes Ventilationssystem aus."

Sieben Partner aus vier Ländern - Dänemark, Deutschland, Irland und Portugal - waren an der Entwicklung der CLIMAWIN-Technologie beteiligt. Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wurde mit Hilfe von EU-Investitionsmitteln finanziert. Die leistungsstarken Fenster sind in der Lage, von außen kommende Lüftungsluft vorzuheizen. Sie werden mit Solarzellen betrieben und von Zimmersensoren gesteuert. Diese neue Technologie überzeugt durch die hohe Wärmedämmung, geregelte Ventile für eine kontrollierte Luftzufuhr, Doppelverglasung, Luftfilter sowie die integrierte elektronische und drahtlose Kommunikation zwischen den Zimmersensoren und dem Fenster (dies ermöglicht den nachträglichen Einbau ohne erneute Verkabelung). Dank innovativer Technologie bietet CLIMAWIN für alle Klimazonen eine Lösung: Vorwärmende und selbstkühlende Funktionen für kalte, bzw. heiße Klimazonen und einen Bypass-Modus für extreme Bedingungen.

Globale Marktchancen

Die Entwicklungsphase dieser Technologie dauerte drei Jahre. Jetzt kümmern sich drei Projektpartner um die Markteinführung. CLIMAWIN-Fenster werden voraussichtlich ab Ende 2014 in ganz Europa verfügbar sein. Hersteller können vom Konsortium eine Lizenz für die Integration der CLIMAWIN-Technologie in ihre eigenen Produkte erwerben. Die Lizenzgebühren sind an das Konsortium zu zahlen, das in den USA, Kanada und Russland die wichtigsten Märkte nach Europa sieht.

Michael Jennings, forschungspolitischer Sprecher der Europäischen Kommission, betonte: "CLIMAWIN hat uns gezeigt, dass kohlenstoffarme Technologien Marktpotenzial für KMUs bieten. Diese Unternehmen bilden das Rückgrat unserer Wirtschaft. Dank moderner Technologien können die Stromrechnungen von Verbrauchern und Unternehmen gesenkt werden. Die EU wird im Rahmen ihres Programms "Horizon 2020" in weiterer solcher Forschungsprojekte investieren."

Informationen zu CLIMAWIN

CLIMAWIN ist ein modernes Ventilationsfenstersystem zur Wärmerückgewinnung. Es wurde von Solearth Architecture in Dublin, Irland, Rauh Fensterbau in Sassendorf, Deutschland, und Horn Vinduer in Lunderskov, Dänemark, entwickelt. An der Forschungs- und Entwicklungsphase waren das Fraunhofer Institut, die Aalborg Universität in Dänemark und die Abteilung Elektronik an der Universität Minho in Portugal beteiligt. Als Basis für diese Arbeiten diente ein aus EU-Investitionsmitteln finanziertes Forschungsprojekt aus dem Jahr 2012. Bis zum Ende des zweiten Projekts erhalten die Projektpartner insgesamt 1,4 Mio. EUR aus dem EU-Haushalt.

Die Sanierungsbranche war die primäre Zielgruppe des CLIMAWIN-Projekts. Besonders ältere Gebäude wurden ins Auge gefasst, da sie nur selten über energieeffiziente Ventilationssysteme verfügen. Die duale Funktion der CLIMAWIN-Fenster, Optimierung der Luftqualität und Steigerung der Wärmeeffizienz, dürfte dafür sorgen, dass "Fast-Null-Energie-Gebäude" (oder Passivgebäude) in Zukunft verstärkt gefördert werden.

CLIMAWIN-Ventilationsfenster werden ab Ende 2014 in ganz Europa erhältlich sein. Verbraucher können zwischen Holz- und Holz-Aluminium-Rahmen wählen. Die Fenster werden in Dänemark und Deutschland hergestellt. Das System wird über www.climawin.eu vermarktet. CLIMAWIN ist am Aufbau von Lizenzpartnerschaften mit Fensterunternehmen interessiert, die die CLIMAWIN-Technologie und das Know-how in ihre Produktkataloge aufnehmen möchten.

EU-Mittel für Forschung und Innovation

Am 1. Jänner hat die Europäische Union das neue Förderungsprogramm "Horizon 2020" für Forschung und Innovation aufgelegt. Die Laufzeit dieses Programms beträgt sieben Jahre. Innerhalb dieses Zeitraums werden seitens der EU fast 80 Mrd. EUR in Forschungs- und Innovationsprojekte investiert, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken und den Horizont des menschlichen Wissens zu erweitern.

Das EU-Forschungsbudget dient hauptsächlich der Erforschung von Technologien zur Verbesserung des alltäglichen Lebens und ist vornehmlich auf Bereiche wie Gesundheit, Umwelt, Verkehr, Lebensmittel und Energie (siehe dargestellte Auflistung) ausgerichtet. Ferner wurden mit der Pharma-, Luft- und Raumfahrt-sowie mit der Automobil- und Unterhaltungs-industrie Forschungspartnerschaften gegründet, um Investitionen des privaten Sektors anzuregen, die für mehr Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen mit hohen Qualifikationsanforderungen sorgen. "Horizon 2020" wird sich in noch größerem Maße dafür einsetzen, ausgezeichnete Ideen in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu verwandeln.

Aktuelle Informationen zu Forschung und Innovation in Europa erhalten Sie unter: http://ec.europa.eu/programmes/horizon2020/ http://www.facebook.com/innovation.union http://twitter.com/innovationunion

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