Katholische Privatschulen: Eltern wollen keine "Normkinder"

Hauptverband der katholischen Elternvereine präsentiert Ergebnisse der Umfrage "Eltern für Eltern" an katholischen Privatschulen - Gesamtschule mehrheitlich abgelehnt, Wunsch nach entrümpelten Lehrplänen und Qualitätssicherung beim Unterricht

Wien, 28.01.14 (KAP) Eltern wollen keine "Normkinder". Das ist eines der Ergebnisse der Umfrage "Eltern für Eltern", die der Hauptverband der katholischen Elternvereine (HVKEV) im Herbst 2013 an katholischen Privatschulen durchführen ließ. Weitere Wünsche aus insgesamt 5.234 von den Erziehungsberechtigten ausgefüllten Fragebögen: Die Gesamtschule der 10- bis 14-Jährigen wird mehrheitlich abgelehnt, die Lehrpläne sollten entrümpelt und Qualitätssicherung beim Unterricht hochgehalten werden, so Hauptverbandspräsidentin Anne Mautner Markhof und der für die Studie verantwortliche Vizerektor der KPH Wien/Krems, Thomas Krobath, bei einem Pressegespräch am Dienstag in Wien.

70.000 Schüler besuchen in Österreich katholische Privatschulen, von deren Eltern nutzen 7,5 Prozent das Angebot, ihre Meinung mittels standardisiertem Online-Fragebogen kundzutun. Laut Thomas Krobath sind die Ergebnisse repräsentativ für diesen Schultypus, wegen des höheren Bildungsniveaus der Zielgruppe und der überproportional vertretenen AHS aber nicht für die Gesamtbevölkerung.

Dass die Gesamtschule "im Leistungsniveau eine Nivellierung nach unten" bringen könnte, befürchten 53 Prozent der befragten Eltern, 31 Prozent teilen diese Ansicht nicht, 17 Prozent enthalten sich einer Meinung dazu. Weniger deutlich sind die Mehrheiten bei der Aussage, Gesamtschulen würden "Chancengleichheit und soziale Durchlässigkeit" fördern: Hier stimmen 46 Prozent völlig oder eher zu, 40 Prozent "eher nicht" oder "gar nicht". Anne Mautner Markhof erkennt in diesen Antworten eine "deutliche Kritik an der Bildungsdiskussion". Die befragten Eltern wollten "keine Normkinder, sondern eine Vielfalt an Schulformen". Sollten Gesamtschulen dennoch flächendeckend in Österreich realisiert werden, rechnet die Hauptverbandspräsidentin - wie sie sagte - für die Privatschulen mit mehr Zulauf.

Von einer großen Mehrheit abgelehnt wird laut Studie auch die Ganztagsschule. Schulpflicht auch am Nachmittag lehnen sieben von zehn Elternteilen ab; 85 Prozent jedoch votieren für Nachmittagsbetreuung auf freiwilliger Basis.

O-Töne von dem Pressegespräch sind in Kürze unter www.kathpress.at/audio abrufbar.

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