Traditioneller Birkengerten-Schnitt für Spanische Hofreitschule

ElevInnen schneiden in Bundesforste-Wäldern Reitgerten aus Birkenzweigen für Lipizzaner

Wien/Purkersdorf (OTS) - In den Wintermonaten folgen die Elevinnen und Eleven der Spanischen Hofreitschule (SRS) einer bereits Jahrhunderte alten Tradition: Sie kommen in den Wienerwald, um in den Wäldern der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) junge Birkenzweige zu schneiden. Diese werden traditionsgemäß als Reitgerten für die Lipizzaner verwendet. "Junge Birkentriebe sind schlank und wenig verzweigt. Sie sind sowohl stabil als auch elastisch und damit bestens für den Einsatz als Reitgerten geeignet", streicht Georg Erlacher, Vorstand der Österreichischen Bundesforste, die natürlichen Vorzüge der Birkenzweige hervor. Sie stammen aus Wäldern der Österreichischen Bundesforste bei Klausen-Leopoldsdorf und Gablitz im Wienerwald. Über 1.000 Reitgerten werden für die nächste Saison benötigt und dieser Tage geschnitten. "Seit dem 16. Jahrhundert kommen in der Spanischen Hofreitschule ausschließlich Reitgerten aus Birkenzweigen als Zeichen der Bescheidenheit der Bereiter zum Einsatz", erklärt Elisabeth Gürtler, Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule. "Wir glauben, dass dieses Brauchtum auch künftig für unser Selbstverständnis von großer Bedeutung ist", so Gürtler weiter.

Tradition und Handwerk

"Der Schnitt der Birkenzweige findet jetzt im Winter statt, wenn die Bäume in sogenannter "Saftruhe" stehen", erklärt Erlacher. Für die Reitgerten werden ausschließlich Terminaltriebe, also Haupttriebe, von 3-6 jährigen Birkenbäumen verwendet. Als Pionierbaumart siedelt sich die Birke als eine der ersten auf gehölzfreien Flächen an und muss daher zur Förderung eines standortangepassten Baumartenmixes gezielt zurückgenommen werden. Die entnommenen Birkenzweige weisen einen Durchmesser von 1-2 cm auf und verfügen somit über die notwendige Stabilität sowie gleichzeitig Elastizität zum Einsatz in der Hofreitschule. Schnitt und Weiterverarbeitung der Birkenzweige erfolgen in reiner Handarbeit. Nach dem Schnitt werden die Äste gebündelt und für mehrere Monate in der Hofreitschule zum Trocknen aufgelegt. Vor der Verwendung als Reitgerten werden sie noch einmal im warmen Wasser zur Verlängerung der Haltbarkeit geschmeidig gemacht.

Pressefotos unter www.bundesforste.at

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Bundesforste
Andrea Kaltenegger, Unternehmenskommunikation
Tel.: 02231/600-2123
E-Mail: andrea.kaltenegger@bundesforste.at

Spanische Hofreitschule - Bundesgestüt Piber
Karin Mayrhofer, Pressesprecherin
Tel.: 01/533 90 31-26
E-Mail: karin.mayrhofer@srs.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OBF0001